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Ein Schwein namens Frikadelle

Ein Besuch beim Mensch-Tier-Begegnungshof

Eine Oase mitten in der Stadt. So kann man den Mensch-Tier-Begegnungshof in Grumme, an der Grenze zu Hiltrop, nennen.

Inmitten einer grünen Hügellandschaft liegt versteckt ein alter kleiner Bauernhof. Zu sehen ist er von der Zufahrt an der Hiltroper Straße gegenüber des Tippelbergs nicht, nur ein gewundener Fahrweg führt hin. 

Ist man angekommen, wundert man sich erst einmal darüber, dass es so etwas in einer Großstadt wie Bochum überhaupt noch gibt. Das Tor ist zu, und das hat seinen Grund. Drei Esel streifen frei und friedlich über das Gelände, setzen ihre Hufe auch mal in ein Blumenbeet und knabbern fröhlich. Das darf hier so sein. Und muss auch so sein. 

Kinder lernen Verantwortungsbewusstsein

Der Mensch-Tier-Begegnungshof ist eine heil- und solzialpädagogische Einrichtung, in dem vor allem Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, wie ADHS oder Autismus, betreut werden. „Sie überwinden hier Berührungsschwierigkeiten, lernen zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein oder kommen durch den Kontakt zu den Tieren zur Ruhe“, sagt Betreuungspädagoge Olav Möller. Der 53-jährige ist eigentlich sieben Tage die Woche auf dem Hof, in den Ferien übernimmt er die Ferienbetreuung für Kinder. Die gibt es nämlich auch, neben der Arbeit mit eingeschränkten Menschen. Zum Beispiel jetzt in den Winterferien.

Futterspenden werden angenommen

Bei all dem helfen die Tiere – „aber nur, wenn sie wollen, die haben auch mal einen schlechten Tag, wie wir Menschen“, sagt Olav Möller. Ansonsten machen sie alle einen äußerst entspannten und braven Eindruck, Menschen und Tiere auf dem Hof.

Zehn Pferde, drei Esel, drei Schafe, vier Gänse, 30-40 Hühner, sechs Kaninchen und ein Schwein leben auf dem Mensch-Tier-Begegnungshof. Das Schwein heißt Frikadelle und ist so ein bisschen der Star der Kinder. Geschlachtet würde das Tier aber niemals werden, sagt Olav Möller, „alles, was wir von den Tieren essen, sind die Eier der Hühner.“ Futterspenden nimmt der Hof gern an.

Von den Vereinten Nationen ausgezeichnet

Seit 2007 ist der ehemalige und lange brachliegende Hof jetzt ein Ort der Begegnung zwischen Mensch und Tier, vor zwei Jahren gab es eine Auszeichnung der Vereinten Nationen für Biologische Vielfalt. Hier kommen Kinder und Jugendliche her, die von Psychiatrien oder niedergelassenen Ärzten überwiesen werden. Sie kümmern sich mit den Helfern und Pädagogen vor Ort um die Tiere und arbeiten mit ihnen. „Für Stadtkinder ist das hier ein Paradies“, sagt Olav Möller, „manche haben leuchtende Augen, wenn sie mal ein echtes, lebendiges Huhn auf dem Arm halten, dass sie sonst nur vom Handy-Display kennen.“  

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