Soziale Stadt – WAT bewegen!

Soziale Stadt: Verfügungsfonds Wattenscheid bringt die Stadterneuerung voran

„Grüner Rasen kann jeder“, sagt Winfried Gillich. Sein Ziel: mit einer Streuobst- und Wildblumenwiese der Natur etwas Gutes tun und gleichzeitig den Garten seines Hauses aufwerten. „Von einem Freund hörte ich, dass solche Ideen öffentlich gefördert werden“, ergänzt er.

Über einen Flyer zum Fassadensanierungsprogramm kam er mit dem Stadtteilmanagement Wattenscheid-Mitte in Kontakt. „Eine Mitarbeiterin empfahl mir einen kurzen Antrag für den Verfügungsfond zu schreiben. Von da an lief alles wie am Schnürchen. Kurz nach meiner Präsentation vor dem Stadtteilbeirat rief das Stadtteilmanagement an und sagte mir, dass mein Projekt bewilligt ist, und ich eine Fördersumme von maximal 5.000 Euro erhalte“, erläutert Winfried Gillich.

Drei Angebote von Gartenbaufirmen und einige Zeit später, sind die über 650 Quadratmeter seines Gartens zu einem kleinen Naturparadies geworden. Im Sommer tobt dort das Insektenleben. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden in den Blüten der über 20 verschiedenen Wildpflanzenarten ihre Nahrung; ebenso einige Vogelarten. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses profitieren: Die sechs Apfelbäume erzeugen genug Früchte für Apfelsaft – und sorgen im Frühjahr und Sommer während der Blüte für wunderschöne Ausblicke.

Projekte im Stadtteil fördern

„Mit dem Verfügungsfonds Wattenscheid wollen wir genau solche Projekte fördern, die dem Stadtteil zu Gute kommen“, sagt Dorothee Dahl, Projektleiterin für die Stadterneuerung Wattenscheid beim Amt für Stadtplanung und Wohnen der Stadt Bochum. Anträge kann jede und jeder einreichen. Welche Projekte bis zu 5.000 Euro für die Umsetzung erhalten, entscheidet nicht irgendwer, sondern der „Stadtteilbeirat“.

Dieser besteht aus 16 ehrenamtlichen Mitgliedern aus Wattenscheid. „Eine Hälfte des Beirats vertritt verschiedenen Gruppen wie Jugendliche, Familien, Seniorinnen und Senioren“ erläutert Dorothee Dahl den Auswahlprozess. „Die andere Hälfte besteht aus zufällig aus der Meldedatei ausgewählten Einwohnerinnen und Einwohnern, die wir fragten, ob sie Interesse haben mitzugestalten.

Die Resonanz war so groß, dass am Ende das Los entscheiden musste, wer mitmachen kann“, erläutert sie. So bringt der Stadtteilbeirat verschiedene Blickwinkel, Erfahrungen und Expertise in den Auswahlprozess ein, damit alle in der Mitte Wattenscheids von guten Projektideen profitieren. Nach vier Jahren Amtszeit, 17 Sitzungen und 100 genehmigten Projekten hat der bisherige Beirat den Staffelstab am 6. Oktober an neue Bürgerinnen und Bürger übergeben.

Auch Privatpersonen stellen Anträge

„Mittlerweile stellen auch immer mehr Privatpersonen wie Winfried Gillich Projektanträge beim Verfügungsfonds, während in der Anfangsphase vor allem Vereine und Institutionen die Förderung in Anspruch genommen haben“, sagt Daniela Schaefers, vom Stadtteilbüro Wattenscheid. Wie zum Beispiel das evangelische Kinder- und Jugendhaus am Centrumplatz.

Mit bunten Comicfiguren machten Kinder und Jugendliche aus einem grauen Stromverteilerhäuschen ein strahlendes Kunstwerk. Gemeinsam mit einem Graffitikünstler, Anwohnerinnen und Anwohnern entwickelten sie die Motive und sprühten die Bilder selbst an die Wände. Und tragen dazu bei, Wattenscheid ein kleines bisschen lebenswerter zu machen. „Und genau das ist das Ziel des Verfügungsfonds“, fasst Dorothee Dahl zusammen.

So reichen Sie Ihr Projekt beim Verfügungsfonds ein:

Gefördert werden Workshops und Kurse, Kulturprojekte, Stadtteilfeste, Projekte, die den öffentlichen Raum attraktiver gestalten, Angebote für Familien, Kinder, Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund sowie vieles mehr. Wir beraten Sie gerne.

So gehen Sie vor:

  1. Informationen und Beratung im Stadtteilbüro einholen
  2. Antragsformulare ausfüllen und beim Stadtteilbüro einreichen

Ansprechpartnerin

Daniela Schaefers
Stadtteilbüro Wattenscheid
Westenfelder Str. 14
4866 Bochum

Tel.: 02327/9197930
Mail: info@wat-bewegen.de

Förderhinweis

Die Stadt Bochum, das Land NRW, der Bund und die Europäische Union fördern die Projekte im Rahmen der Stadterneuerung „Soziale Stadt – WAT bewegen!“

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