Langzeiturlaub kommt
manchmal billiger

Preisschock: Der Bochumer Norden spart

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat eine Menge ins Wanken gebracht. Die direkten Auswirkungen spürt jeder von uns.

Die Preise sind in allen Bereichen gestiegen, vor allem aber bei der Energie gibt es Teuerungsraten, die man sich bisher kaum vorstellen konnte. Das bringt viele Menschen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Wir vom Hallobo-Magazin haben uns in Gerthe mit den Menschen unterhalten. Die Probleme sind eigentlich immer die gleichen, gerade bei denen, die sowieso schon wenig haben, ist es oft ein Blick in den Abgrund. 

Die Sorgen sind groß

„Mein Abschlag wurde um hundert Euro erhöht, ich habe eine Gasheizung zu Hause“, sagt ein Gerther bei einer Zigarette auf der Straße, „das sind echte Knüppel zwischen die Beine.“

Eine Frau Mitte Fünfzig meint, sie habe schon vorher nicht viel geheizt, so dass sich nicht sonderlich viel geändert hat. Bisher.

„Ich halte mich mit meiner Witwenrente und einer abendlichen Putzstelle über Wasser“, sagt eine andere Frau, „ich habe noch keine Abrechnung bekommen, aber ich befürchte, dass ich die Kosten kaum noch stemmen kann und deswegen sehr wenig heizen kann.“

Ein Familienvater Anfang dreißig, ebenfalls in der Gerther Fußgängerzone unterwegs, sagt: „Ich habe jetzt schon Probleme wegen der erhöhten Lebensmittelkosten. Wegen der zu stark besteuerten Energiepauschale kann ich die Kosten, die noch kommen, nicht bezahlen. 

Unterstützung durch die Familie

Eine allein lebende Studentin wird sich wohl von der Familie unterstützen lassen müssen, weil sie nicht mehr weiß, wo sie noch sparen könnte.

Das im Moment wenig Geld da ist, merken auch die Geschäftsleute:

„Viele Leute haben zum Monatsende, manche sogar schon am zwanzigsten kein Geld mehr“, sagt Martin Kukies, der das Secondhand-Kaufhaus Martin in der Gerther Fußgängerzone betreibt und damit stark am Puls der Zeit und nah bei den am meisten betroffenen Menschen ist. „Viele Leute kommen aus Nachhaltigkeitsgründen zu uns, aber viele sind eben auch drauf angewiesen, dass es hier günstige Dinge gibt“, sagt er, „und die Leute klagen mehr.“ Der Preisschock sei für ihn eine existenzielle Bedrohung, für Deko-Artikel zum Beispiel ist bei den meisten im Moment kein Geld übrig. Es wird nur das Nötigste gekauft. „Aber Wellen gab es immer bei uns, wir hoffen auf unser Konzept, dass wir billiger sind als Neuware.“

Wer es sich leisten kann, sollte länger verreisen

Man kann die Krise allerdings auch positiv nutzen. Indem man für längere Zeit einfach verreist. „Zum Beispiel ein Langzeiturlaub im Orient, in der Türkei, in Tunesien oder Ägypten. Da gibt es viele sehr günstige Angebote, gerade für Rentner“, sagt Kerstin Post von der Reisepost an der Lothringer Straße, „da kann man eine Menge Strom und Heizkosten sparen.“

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