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Peter Mohr

Ausse Lohrheide – die SG 09-Kolumne November 2022

Er befindet sich in seiner 33. Saison als Berichterstatter an der Lohrheide, hat alle Höhen und Tiefen rund um die SG 09 mitgemacht und leugnet nicht, vom schwarz-weißen Virus infiziert zu sein.

Angenehm ist die sportliche Situation nicht, da hilft auch kein schön reden. Ja, es gibt plausible Gründe dafür, dass die Durststrecke noch viel härter ausfiel, als man im Vorfeld vermuten konnte. Eine unendlich lange Liste an Ausfällen zieht sich wie ein roter Faden durch den bisherigen Saisonverlauf. Mike Lewicki, Fredi Wiebel, Jeffrey Malcherek und nun auch noch Emre Yesilova – Spieler, die maßgeblich am Aufstieg beteiligt waren, fehlen nicht Wochen, sondern Monate.

Nein, das soll keine Ausrede sein, denn auch mit „voller Kapelle“ (das dürfte sicher sein) wäre das Unternehmen Klassenerhalt eine ganz hohe Hürde gewesen.

Ja, das Spiel gegen Schalke hat noch einmal Mut gemacht. Mit einer absoluten „Not-Elf“ wurde der Sieg eingefahren. Und dann fünf Tage später wurde eine der billigen, aber doch immer wieder zutreffenden Fußball-Weisheiten in Kaan-Marienborn bittere Realität: Wenn man unten steht, hat man erst kein Glück und dann auch noch Pech. Wohl wahr!

Angesichts dieser eher trüben Aussichten für die Restsaison kam ich am Tage des Verfassens dieser Kolumne in eine leicht melancholische Stimmung. Aber aus besonderem Anlass. Am 31. Oktober feierten zwei Ex-Trainer der SGW ihren 70. Geburtstag.

Ich kann mich noch gut erinnern, als im Espenloh Teams wie Alemannia Aachen, Preußen Münster und der SC Verl antraten – gegen die ZWEITE Mannschaft der 09er, die Jubilar „Kiki“ Kneuper in die Regionalliga (damals die dritthöchste Spielklasse) geführt hatte. Die Aufstiegsfete in der „Eule“ ist legendär. Damals der Gassenhauer: „Ein schöner Tag“ aus der Diebels Alt-Werbung. Die Truppe konnte nicht nur gut kicken, sondern auch stimmgewaltig feiern. Später übernahm „Kiki“ Kneuper nach dem kurzen Trainer-Intermezzo von Hans-Peter Briegel die Profis in der 2. Liga.

Dann kam der Abstieg und danach der zweite 70er Jubilar. „Boss“ Klaus Steilmann, nie ein wirklicher Freund des VfL Bochum, hatte sich durchgerungen, die VfL-Legende Jupp Tenhagen als Trainer an die Lohrheide zu holen. Mit einer absoluten No-Name-Truppe schaffte die SGW unter „Jupp“ im Zweikampf mit RW Oberhausen den direkten Wiederaufstieg. Und es gab das legendäre DFB-Pokalspiel gegen Champions League-Sieger Borussia Dortmund, das durch einen Treffer von Frank Bläker in der Verlängerung zugunsten der SGW entschieden wurde.

Mein Gott, wie lange das her ist! Ein Vierteljahrhundert, aber die Erinnerung (so schrieb einst der Dichter Jean Paul) „sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Stopp, es gab doch noch etwas erfreuliches in der Gegenwart: Das Treffen zwischen Fans, Trainer, Vorstand und einigen Spielern ist von allen Seiten gelobt worden.

Bis demnächst inne Lohrheide
Euer Peter Mohr

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