Mittendrin und voll dabei

Am Gerther Markt entsteht inklusives Jugendprojekt

Jugendhäuser und Treffpunkte für Jugendliche ohne Behinderung gibt es einige in Bochum. Für Jugendliche und junge Menschen bis 27, die eingeschränkt sind, gibt es so etwas nicht. 

Das soll sich ändern. In Gerthe baut der Verein Christopherus-Haus e.V. gerade ein kleines Ladenlokal am Markt um, um dort ein inklusives Jugendprojekt für den Stadtteil auf die Beine zu stellen. Für Jugendliche mit und ohne Handicap. 

Anstoß kam von Jugendlichen

„Besonders eingeladen sind natürlich die jugendlichen Schüler der drei Förderschulen im Bochumer Norden mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, also der Christopherusschule, der Else-Hirsch-Schule und der Hilda-Heinemann-Schule am Rosenberg“, sagt die Projektleiterin Katya Bremer, „die fallen durch das Raster, es gibt schon seit Jahrzehnten nichts.“

Der Anstoß kam denn auch durch die Jugendlichen selbst, einen barrierefreien und sicheren Begegnungsraum außerhalb der Schule oder des eigenen Zuhauses zu schaffen.

Innerhalb der Schulgemeinschaft der Christopherus-Schule wurde eine Projektgruppe gebildet, im Moment läuft der Umbau. Besonders teuer: die Einrichtung eines barrierefreien Sanitärbereichs.

Gefördert wird das Projekt für drei Jahre hauptsächlich von der Aktion Mensch, Geld kommt aber auch aus dem Bochum-Fonds, aus privaten Spenden und von einer Wittener Stiftung.

Aktion auf dem Gerther Weihnachtsmarkt

Der Betrieb soll zum Ende des Jahres starten. „Dann werden wir an zwei bis drei Nachmittagen die Türen öffnen, für Kurse und Angebote, die die Teilhabe verbessern“, sagt Katya Bremer, „wir wollen auch lebenspraktische Fähigkeiten trainieren, Kochen zum Beispiel oder den richtigen Umgang mit dem Internet. Wir wollen dann aber auch jedes Jahr ein Performance-Projekt starten, in Zusammenarbeit mit den lokalen Kulturschaffenden, das wir dann auf einem der Stadtteilfeste präsentieren.“

Das alles soll persönlich, niederschwellig und inklusiv sein. Das heißt, auch Jugendliche ohne Handicap können mitmachen. Im Dezember sollen Informationen an den Schulen verteilt werden.

Zusammenarbeit mit U27 und Gerther Treff

„Uns ist die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum wichtig“, so Bremer, Menschen mit Behinderung sind eine Bereicherung für die Gesellschaft. Wir wollen viel mitgestalten im Stadtteil.“ Dafür arbeitet das Projekt auch mit dem Jugendhaus U27 und dem Gerther Treff zusammen.

10 bis 12 Jugendliche sind im Moment dabei, das winzige Ladenlokal umzubauen – zum Gerther Weihnachtsmarkt soll das Projekt vorgestellt werden. Aber nicht nur mit einem schnöden Stand. Zum Beispiel soll eine Chillout-Jurte aufgebaut werden, mit einem zünftigen Stockbrot-Lagerfeuer. „Wenn die Feuerwehr es denn erlaubt“, lacht Katya Bremer.

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