Baumaschinen drehen „alles auf links“

Ümminger See – damals und heute

„So vergeht Jahr um Jahr“, schreibt Liedermacher Hannes Wader in seinem wohl bekanntesten Song, „und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war.“

Diese weise Aussage gilt aktuell im Bochumer Osten ganz besonders dem Ümminger See, wo sich gerade enorm viel ändert, die Baumaschinen für die neue Promenade vermeintlich „alles auf links“ drehen, das traditionelle Seefest im Rahmen der Bürgerwoche diesen Maßnahmen zum Opfer fallen wird. 

Seefest fällt Baumaßnahme zum Opfer

Bei einer Besprechung der Vereine Ende Oktober im Erich-Brühmann-Haus wurde das – unter anderem wegen der deutlich erhöhten Kosten – mehrheitlich so verabschiedet. Erstmals hatte das Fest nach der Corona-Pause auf der und rund um die Rollschuhbahn stattgefunden. Genau auf der Suntums Hof, dem traditionellen Veranstaltungsort, gegenüber liegenden Seite des Sees. 

Lange ist es her, dass dort die ersten Seefeste im Rahmen der Bürgerwoche gefeiert wurde, die ersten „Stargäste“ – oft auch bei viel Regen – auf der immer wieder frisch aus Holzbalken gezimmerten Bühne direkt neben der (damals noch rustikalen) Partyscheune ihre Gesangsdarbietungen präsentierten. Die Hobbykapitäne ließen ihre Modellboote, bewundert von vielen Kindern und deren Väter, im „Hafenbecken“ (siehe Luftbild von 1982) fahren, das nun auch schon eine Weile Geschichte ist. Die Brücke über den Zufluss vom See wurde komplett abgehoben und seitlich gelagert. Ob sie nach dem massiven Umbau des nördlichen Ufers überhaupt noch gebraucht wird, erscheint zumindest zweifelhaft.

Suntums Hof ist jetzt die Villa Schwanensee

Christine Pothöfer war damals die erste Wirtin des zum Restaurant umgebauten Herrenhauses gewesen, das mittlerweile unter dem Namen „Villa Schwanensee“ zur edleren Event-Location mutierte. Sowohl Suntums Hof als auch die Scheune sind mit großzügigen Anbauten versehen worden. Eine täglich zur Auswahl einladende Speisekarte, die es in den Achtzigerjahren noch gab und wirklich gut war, gibt es schon lange nicht mehr. Der neue Besitzer und Betreiber lässt für die Events vom Catering-Service liefern.

Die Bäume auf dem Bild von 1982 sind natürlich mächtig gewachsen, genau wie das Fest, das auf dem alten Luftbild wie eine kleine Kirmes wirkt. In nächster Zeit werden einige dieser Bäume fallen.

Text und Fotos: Eberhard Franken

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