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Planungen aus den 70er Jahren
konnten verhindert werden

HistoBO: Fast wäre die Berger Mühle ein Revierpark geworden

Das wäre fast ins Auge gegangen. Wenn die Pläne der Siebziger Jahre in Erfüllung gegangen wären, wäre der Bochumer Norden, wenn nicht sogar ganz Bochum, um ein Schmuckstück ärmer.

Es gab nämlich Pläne, das heutige Naturschutzgebiet Tippelsberg-Berger Mühle in einen Rummel-artigen Freizeitpark zu verwandeln. Gut, dass es nicht so gekommen ist. 

Doch zurück zum Anfang. 

Da war ein großer Teil des heutigen Naturschutzgebiets ein Sumpf, das Wasser des Mühlenbachs und des Dorneburger Bachs sammelte sich in den Siepen. Ein Natur-Idyll.

NSG war nicht immer ein Waldgebiet

Schon der Bochumer Anzeiger schrieb im Jahr 1926 über das Berger Tal:  

“ … hier konnte man träumen und wähnen, allem Lärm der Großstadt entrückt sein. Von alten Tagen erzählt das Mühlenrad, vom Riesen, der auf dem Tippelsberg wohnte, … , von Rittern, die weiter unten. sich am Mühlenbach eine Burg erbaut, umgeben von einer Dornenhecke.“ 

Das war aber damals recht neu: Bis etwa 1830 gab es hier Felder, Wiesen und Weiden. Erst als die Industrie vermehrt Holz brauchte, pflanzte man wieder Wald. Eine Entwicklung, die überall in Ruhrgebiet so stattgefunden hat. 

Der Bau der Zechen Constantin VI und VII in den Jahren 1901 bis 1906 sollte das alles noch einmal ändern. Wegen des Bedarfs an Grubenholz wurde wieder abgeholzt. Die Folgen waren schwere Überschwemmungen, teils auch mit Abwässern. Nach dem ersten Weltkrieg wurde dann wieder aufgeforstet.

Ski- und Rodelhang waren angedacht

Die Kortumgesellschaft schrieb 1991 in ihren „Bochumer Zeitpunkten“: „1961 bewarb sich die Stadt Bochum um die Ausrichtung der Bundesgartenschau im Tippelsberger Tal. 1972 kaufte die Stadt Bochum das Tippelsherger Tal für 9 Millionen Mark wieder auf – nicht ohne mit neuen Planungen für das Tal aufzuwarten.

Die Euphorie der Freizeit- und Revierparks erfaßte nun auch das Tippelsberger Tal. Vier Teiche als „Seenkette“ sollten den Lauf des Dorneburger Baches von der Quelle bis zur Einmündung in die Kanalisation prägen.

In Vorarbeiten hierzu wurde eilig die Fläche nahe des jetzigen Quellwalds abgeholzt. Ruderbootverleih, Sommercafé, Entenfütterung, Wildgehege, Rasenflächen und Rundwege sollten den ehemaligen Sumpf mit wertvollen Seggengesellschaften, überwucherten Bombentrichtern als Habitat aller einheimischen Molcharten und den vielen Amphibienlaichplätzen endlich „nutzbar“ machen.

Auch die restlichen Flächen wurden in jene Planungen mit einbezogen, das gesamte Gelände mit einem Kostenaufwand von 37.000.000 DM in einen Freizeitpark zu verwandeln. Was malte man sich da nicht alles aus: Skihang, Rodelhang, Strandbad, Reiterhof, Tennishallenanlage für jedermann, Indianerspielplatz, Tageszelten.“

Umweltschützer der Uni setzten sich durch

Es kam zum Glück nicht so: Wissenschaftler der Ruhr-Universität schalteten sich ein. Die an der Uni gegründete Kreisgruppe des BUND verhandelte mit dem Grünflächenamt – und setzte durch, dass die Teiche naturnah bepflanzt wurden. Tippelsberg-Berger Mühle wurde erst Landschaftsschutzgebiet, dann Naturschutzgebiet. Zum Glück.

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