Peter Mohr

Ausse Lohrheide – die SG 09-Kolumne März 2022

Er befindet sich in seiner 32. Saison als Berichterstatter an der Lohrheide, hat alle Höhen und Tiefen rund um den Verein mitgemacht und leugnet nicht, vom schwarz-weißen Virus infiziert zu sein.

Hallo Wattenscheid,

selbst in unserem „Wohnzimmer“, im Lohrheidestadion, ist und bleibt der Fußball die schönste Nebensache der Welt. Im Moment mehr denn je – angesichts der schrecklichen Ereignisse in Osteuropa.

Es hat viele, höchst unterschiedliche Hilfsaktionen und Solidaritätsbekundungen in den letzten Wochen nach der Invasion in der Ukraine gegeben. Darüber zu lesen, zu hören und sie am Fernseher mitzuerleben ist die eine Sache. Live dabei zu sein – ist wieder etwas ganz anderes.

So geschehen am ersten März-Freitag beim SGW-Heimspiel gegen den TuS Haltern. Die Partie begann vor 850 Besuchern mit einer wirklich vorbildlichen Aktion beider Vereine, die in gelben Aufwärmshirts auf den Rasen kamen und sich vor dem Anstoß mit einem riesigen Banner gegen den Krieg in der Ukraine im Mittelkreis formierten. Auch das Schiedsrichterinnen-Trio um Nadine Westerhoff und die Trainer beider Teamsn hatten sich dieser Aktion angeschlossen. Die Shirts und das Banner sollen versteigert werden, und der Erlös kommt Halterns aus der Ukraine stammendem Spieler Valentyn Yarokha zugute, der wegen einer Gelbsperre nicht aktiv auf dem Rasen dabei war. Weitergehenden Infos zu der Aktion wird es auf der Internetseite der SG Wattenscheid 09 geben.

Ukraine-Krieg: Banner Aktion "No War" - SG Wattenscheid 09
Foto: Peter Mohr

Das war mehr als eine symbolische Geste, das war praktisch angewandte Solidarität und Hilfe für einen Oberligafußballer von nebenan und seine Familie und Freunde.

Und was für mich absolut beeindruckend war – diese Stille, nachdem Stadionsprecherin Silke Pfeiffer nach ihren Worten des Mitgefühls die Besucher zum Innehalten animierte.

Plötzlich war in mir das Bedürfnis, ein tolles Foto aus der Nähe zu schießen, wie eingefroren. Ein Gänsehautmoment, als die Stille mehr sagte als tausend Worte. Die Stille war Protest, die Stille war Solidarität, und die Stille war Anteilnahme.

Danke dafür an die 850 Besucher des Spiels, die damit (jeder für sich) ein Zeichen gesetzt haben. Und wenn sich jemand ein sichtbares Souvenir von diesem eindrucksvollen Tag in der Lohrheide sichern will, der hat die Möglichkeit auf Shirts und Banner mitzubieten für den guten Zweck – für unseren ukrainischen Sportsfreund Valentyn Yarokha. Fußball kann und soll verbinden und Brücken bauen. Das wurde in der Lohrheide eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Bis demnächst inne Lohrheide

Euer Peter Mohr

Schlagwörter