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Peter Mohr

Ausse Lohrheide – die SG 09-Kolumne Februar 2023

Peter Mohr befindet sich in seiner 33. Saison als Berichterstatter an der Lohrheide, hat alle Höhen und Tiefen rund um die SG 09 mitgemacht und leugnet nicht, vom schwarz-weißen Virus infiziert zu sein.

Der Start ins Fußballjahr 2023 hätte gründlicher kaum daneben gehen können. Drei Spiele, drei Niederlagen – dazu das deprimierende Torverhältnis von 1:11. Ja, das hatten sich alle Verantwortlichen von der Lohrheidestraße ganz anders vorgestellt. Und – ja, der Regionalliga-Klassenerhalt ist in weite Ferne gerückt. Das rettende Ufer ist nur noch mit dem Fernrohr zu sehen – stolze acht Punkte entfernt.

Es scheint, dass nur noch ein überdimensionales Fußballwunder für ein weiteres Jahr Regionalliga-Fußball in Wattenscheid sorgen kann. Es stimmt traurig, es ist auch ein wenig bitter – aber wir dürfen auch nicht die Augen vor der Realität verschließen. Die SGW ist in das Abenteuer Regionalliga mit der Aufstiegseuphorie im Nacken zuversichtlich gestartet. Aber erinnern wir uns zurück – schon am zweiten Spieltag gab es eine böse Ernüchterung. Eigentlich gab es schon viele (strukturbedingte) Rückschläge vor dem Saisonstart.

Mit Timon Schmitz konnte ein Leistungsträger aus Oberliga-Aufstiegsrunde aus finanziellen Gründen nicht gehalten werden, zum gleichen Zeitpunkt meldete der „Fast-Nachbar“ Wuppertaler SV die Verpflichtung von Marco Stiepermann – zuletzt noch in der 2. Liga aktiv und davor mit Norwich City sogar in der Premier League am Ball.

Vor der Partie gegen Bocholt hatte ich im Gespräch mit Trainer Christian Britscho einen (zugegeben) etwas verwegenen Vergleich bemüht. Ich meinte zum Coach, mit der SGW in der Regionalliga zu spielen, sei, was die Chancengleichheit betrifft, in etwas so, als wenn man als 60 Kilo-Mann im Schwergewicht in den Boxring steigen will.

Und wir sollten eines nicht vergessen, auch wenn es in unserer schnelllebigen Zeit bisweilen schwer fällt: Die SGW stand Ende 2019 vor dem Abgrund, vor der Auflösung – Zukunft mehr als ungewiss.

Was danach geleistet wurde, war 1a mit Sternchen – sowohl hinter den Kulissen als auch auf dem grünen Rasen.

Und etliche Social-Media-Kommentare aus dem 09-Umfeld kann ich sogar nicht nachvollziehen. Frust ja, Enttäuschung auch ein wenig. Aber den Wattenscheider Weg und handelnde Figuren jetzt in Frage stellen?

Einige der mir persönlich bekannten kritischen Facebook-Zeitgenossen würde ich gerne ‚mal in einer ruhigen Minute beiseite nehmen, ihnen auf die Schulter klopfen und fragen, ob ihnen eine Vereinsauflösung lieber gewesen wäre. Sachliche Kritik ja, aber der eingeschlagene (ökonomisch kluge) Weg war alternativlos.

Lasst uns die Rückrunde trotzdem bis zum letzten Spiel genießen. Und wie sang einst Katja Ebstein: Wunder gibt es immer wieder. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Bis demnächst inne Lohrheide
Euer Peter Mohr

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