Waltraud Ehlert alias Esther Münch

Wallis Welt: Hilfe macht Mut

Ein ganz besonderes Erlebnis sind die Comedy-Rundgänge aus der Reihe „Wallis Welt“. Waltraud Ehlert alias Esther Münch zeigt allen Interessierten ihr Bochum.

Ich weiß ja nich, wie et Sie an gehen is, abba ich hatte inne letzten Jahre imma mehr dat Gefühl, dat wir alle zu riesengroße Egoisten werden. Alles muss bessa sein als wie vor vielleicht 10 Jahren, mehr, preiswerter, das ICH kommt vor allem anderen. Und dat hat mich entweda traurich gemacht odda wütend, je nachdem um wattet sich an gehen warte.

Und getz kamte dat Hochwassa….viele hat et hart getroffen…in Hagen und in der Eifel spielten sich echte Tragödien ab, abba auch bei uns in Bochum, in meinen eigenen Stadtteil Dahlsen war Land unter. Bei mich inne Straße ist die Hälfte der Häusa abgesoffen, wobei mein Willi und ich Glück im Unglück hatten. Abba wattich bei all den Chaos, die Fawirrung und die Angst vonne Menschen beobachtet hatte, war der unglaubliche Zusammenhalt! Auf einmal war der da! Menschen, die sich bestenfalls grüßten, packten mit an, untastützten sich, scheppten Wassa, misteten Kellas aus, schruppten Schlamm gemeinsam wech. Ein Pizzamann hat kostenlos Essen für die räumenden Menschen gebracht. Dat war ganz toll und hat mich beeindruckt, abba au nachdenklich gemacht….brauchtet erst eine echte Bedrohung, dat wir uns als Menschen erkennen und als Menschen verhalten, die sich gegenseitich untastützen? Muss erst Land unter sein, damit sich Nachbarn inne Arme liegen?

Wär dat nich au ma schön, wemann ma nur ma so einen Kaffee, Weinchen oder Bierchen zusammen trinkt? Wemann sieht, dat eina viel Arbeit hat, frächt, ob man helfen kann…allet nur ma so? Ganz ohne Krise odda Drama? Nur so, weil man Mensch is und zusammen in eine Straße odda einen Haus lebt?

Getz wissen wir ja alle, dat der Mensch nich ausse Geschichte lernt, abba ich geb die Hoffnung nich auf und wünsch mich von ganzen Herzen, dat wir dieset Gemeinschaftsgefühl, wat uns in diesen Driss zusammengeführt hat, auch nach dat Hochwassa konservieren können. Schließlich sind wir alle soziale Wesen und vielet von dem, wat unsa Leben ausmacht, haben wir selba inne Hand. Dafür braucht et keine große Polletik, keinen Vatta Staat, dat können wir uns gegenseitich geben.

In diesen Sinne, bleiben se lieb füreinanda, schüss Ihre Walli

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