Zum Hauptinhalt springen

Interview mit Stefan Beermann

Die SGW gehört in die Regionalliga

Das Sweat-Shirt ist Programm: Stefan Beermann erscheint zum Interview in einem Dress der SG Wattenscheid 09. Gerd Strohmann sprach mit dem 62-Jährigen, der den Posten Marketing-Vorstand beim Oberligisten Westfalen bekleidet und zu Recht sagt, dass kaum einer die SGW so gut kennt wie er.

halloWAT: Seit wann sind Sie mit dem SG-Virus infiziert?

Stefan Beermann: Mit dreieinhalb Jahren hat mich mein Vater zum ersten Mal in die Lohrheide mitgenommen. Ich hatte eine Lederhose an und zwei Match-Box-Autos im Gepäck. Mit acht Jahren habe ich dann in der E2-Jugend gespielt und alle Jugend-Mannschaften bis zur zweiten Mannschaft in der damaligen vierten Liga durchlaufen.

halloWAT: Und das mündete dann zwangsläufig in eine Funktionärs-Karriere?

Stefan Beermann: Nach meinem MBA-Studium in den USA war ich u.a. bei der Ruhrgas AG in Essen im Sportmarketing-Bereich tätig. 2008 habe ich mich mit meiner Kommunikationsberatung selbstständig gemacht. Mein Vater war im Aufsichtsrat der SG, und ich kannte Klaus Steilmann seit vielen Jahren. Er hat mich 2003 in den Vorstand berufen, später war ich dann auch im Aufsichtsrat. Seit 2019 habe ich nun das Amt Marketing-Vorstand.

halloWAT: Klingt nicht nur nach einer leichten Aufgabe in einem Verein mit der Geschichte der SG.

Stefan Beermann: Es war und ist eine intensive Zeit mit schönen Höhen und tiefen Dellen. Es war wirtschaftlich enorm schwierig, niemand wusste in den Zeiten der Insolvenz, wie die Zukunft aussehen wird. Aber wir haben es gewuppt, auch weil wir treue Sponsoren hatten.

halloWAT: Sie selbst sprechen auch von Demut im Zusammenhang mit Sponsoren.

Stefan Beermann: Natürlich mussten wir Vertrauen zurückgewinnen. Die Lage nach dem Rückzug von Ozughan Can war katastrophal. Zum Glück waren und sind viele Sponsoren SG-Fans, so konnten wir viele für eine Anschubfinanzierung gewinnen. Wir mussten es über die Masse der Geldgeber machen, denn einen großen Sponsor gibt es nicht.

halloWAT: Seit Herbst 2024 ist Ertan Ilce als Vorstand Sport im Amt. Ein Glücksfall für den Verein?

Stefan Beermann: Zweifellos. Wir brauchten jemanden, der Zeit, Geld und Engagement mitbringt. Und Ertan Ilce hat das nötige Feuer, das Herz und verfügt über ein großes Netzwerk in der Bau- und Immobilienbranche. Ich weiß nicht, ob wir sonst überlebt hätten, nachdem wir viele Monate an der Berliner Straße spielen mussten.

halloWAT: Welche Rolle spielt bei der Gesundung das runderneuerte Lohrheidestadion?

Stefan Beermann: Natürlich lockt es sehr. Die Infrastruktur in dem Stadion ist sensationell, allein im VIP-Bereich treffen sich vor und nach dem Spiel 150 Personen. Bei anderen Oberligisten werden Käsebrötchen angeboten, bei uns gab es zuletzt Ochsenbäckchen. Wir haben viel Geld in die Hand genommen, wir sind dabei, die Strukturen zu professionalisieren.

halloWat: Was würde ein Aufstieg in die Regionalliga bedeuten?

Stefan Beermann: (lacht) Wir würden nicht mehr so viele Spiele gewinnen. Nein, im Ernst: Auch wenn sich bei der Zuschauerresonanz nicht so viel tun würde, weil die meisten Gegner nicht so viele Fans mitbringen, wollen wir unbedingt aufsteigen. Allein vom Prestige her gehört die SG in die Regionalliga. Es würde uns besonders für überregionale Partner noch attraktiver machen. Und wenn wir Meister werden, dann würde das Geld des DFB für die erste Pokal-Hauptrunde den Mehraufwand in der Regionalliga schon allein finanzieren.

Restprogramm der SG 09

Noch fünf Partien warten auf die SG Wattenscheid 09 im Endspurt um den Aufstieg in die Regionalliga West. Die Schwarzweißen haben es selbst in der Hand: In den drei Heimspielen treffen sie auf die heißen Konkurrenten um den Aufstieg.

1.5.2026 um 15 Uhr gegen Rhynern

10.5.2026 um 15 Uhr in Schermbeck

17.5.2026 um 15 Uhr gegen ASC Dortmund

25.5.2026 um 15 Uhr in Erkenschwick 31.5.2026 um 15 Uhr gegen Lippstadt

Schlagwörter


  • Stadtwerke Bochum
  • Glasfaser Ruhr
  • Volksbank Bochum Witten EG
  • USB Bochum
  • Sportjugend Bochum