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Langjährige Betreiber und
Erfinder des Taxitellers hören auf

Der Dorfgrill Hiltrop ist Geschichte

Nach 26 Jahren ist Schluss mit dem Dorfgrill Hiltrop an der Frauenlobstraße. Das Ehepaar Chatsiioannidis, Babis und Kiki, hat aufgehört, am 23. Oktober.

Damit geht eine Institution im Dorf Hiltrop. Und eine Keimzelle deutscher, oder besser: ruhrgebiets-typischer Imbisskultur verschwindet.

Denn hier ist etwas zum ersten Mal zubereitet worden, was heute Standard ist. Die Rede ist vom Taxi-Teller: Currywurst, Pommes, Mayo, Gyros, Zaziki, Zwiebeln. Nichts für Menschen mit kleinem Magen, eher etwas für sehr hungrige Männer.

„Babis, ich hab Hunger!“

Erfunden wurde diese Zusammenstellung im Hiltroper Dorfgrill. „Früher kamen oft Leute hier rein, die sagten: Babis, ich hab Hunger. Ich hab Bock auf Currywurst – aber mach mir doch ein bisschen Gyros dabei“, hat uns der Mann, den alle nur als Babis kennen, mal erzählt.

„Und dann bin ich auf die Idee gekommen, das genauso auf die Karte zu nehmen. So wurde das dann berühmt.“ Das war im Jahre 1998, also vor mehr als 24 Jahren. Currywurst und Gyros mit Beilagen – bei Babis heißt das, was allen heutzutage als Taxi-Teller bekannt ist, allerdings anders. Und zwar von Anfang an. „MG-Teller“ nannte Babis damals seine Kreation. Das hat einen einfachen Hintergrund: Mantaplatte (eben Currywurst-Pommes-Mayo) plus Gyros gleich MG. Oder kurz: Mantagyros. „Als Griechenland im Jahre 2004 Fußball-Europameister wurde, ging das richtig rund mit dem MG-Teller“, erzählt Babis, „und fast jeder griechische Laden hat das dann nachgemacht. Und irgendein Grieche muss das dann Taxi-Teller genannt haben. Der Name hat sich durchgesetzt.“

Jetzt erst mal zwei Monate Pause 

Babis ist zwar Grieche, aber auch gebürtiger Hiltroper. 1996 hatte er die ältere Dame, die dort einen Imbiss betrieb, einfach gefragt, ob der Laden abzugeben sei. Er war´s.

Jetzt ist Schluss mit MG- oder Taxiteller, Schluss mit Riesenportionen. 

Schon vor fast zwei Jahren, mitten in der Corona-Pandemie, sagte Babis:: „Es herrscht so ein bisschen Untergangsstimmung, bei allen“. Damit meinte er sich, seine Kunden, den Stadtteil, seinen Laden.

Jetzt haben Babis und Kiki endlich auch mal freie Wochenenden, keine 14-Stunden-Arbeitstage mehr, machen erst mal zwei Monate Pause, kümmern sich um zwei Kinder und zwei Enkel und sehen dann weiter. Muss auch mal sein. In den Hiltroper Dorfgrill soll ein Dönerladen einziehen.

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