„Es macht sehr viel Spaß!“

Bezirksbürgermeister Dirk Meyer: Bürgernähe leben

Vor einem knappen halben Jahr ist Dirk Meyer als Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk Ost in die Fußstapfen von Andrea Busche getreten. Die Frage nach einer ersten Bilanz fällt kurz und auf den Punkt gebracht aus: „Es macht sehr viel Spaß!“

Dabei musste der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende in der BV Ost in seiner neuen Rolle nicht „von Null auf Hundert“ durchstarten. „Auch in meiner vorherigen Funktion sind wöchentlich durchaus 10 bis 20 Stunden an Arbeit angefallen“, so Meyer. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: „Als Bezirksbürgermeister ist die Termindichte noch größer geworden, man ist mehr vor Ort und zeigt mehr Präsenz. Das ist eine zusätzliche Qualität.“

Veranstaltungen haben extrem zugenommen

Insbesondere im letzten halben Jahr hat die Zahl der Veranstaltungen wieder extrem zugenommen. „Da wurden viele Feste und Jubiläen nachgeholt, die während der Coronazeit ausfallen mussten.“ Die Zahl der Highlights in dieser Zeit kann Dirk Meyer allein an den Grußworten auflisten, die er geschrieben und gesprochen hat. Die neue Stele auf dem Steinweg Jüdisches Leben in Bochum und Wattenscheid gehört ebenso dazu wie der Werner Engelsweg, die Weihnachtsmärkte in Langendreer und Werne oder die Barbarafeier und die um ein Jahr verspätete Feier zum 35-jährigen Bestehen des Bahnhofs Langendreer.

Ein Termin hat den 56-Jährigen allerdings besonders nachhaltig beeindruckt: Er durfte gemeinsam mit Oliver Dresen, Geschäftsführer der Bochum Perspektive, das fast 70 Hektar große Gelände von MARK 51/7 erkunden, und da gerät der Physiker ins Schwärmen: „Das ist eine unglaubliche logistische Herausforderung, die dortigen Aktivitäten und Baumaßnahmen geordnet ablaufen zu lassen. An vielen Stellen sind die Gebäude bereits fertiggestellt und in Betrieb, während man parallel andere Areale noch aufbereiten muss. Das ist einfach beeindruckend.“

„Erklärbär“ beim Thema „Wasser“

Mächtig gebaut wird auch am Ümminger See sowie an anderen Stellen im Stadtbezirk Ost – Maßnahmen, die immer wieder Fragen aufwerfen und für die reichlich Erklärungsbedarf besteht. Beim Thema „Wasser“ schlüpft der Bezirksbürgermeister gerne in die Rolle des „Erklärbären“.

Dafür hat Dirk Meyer im September ein neues Beteiligungsformat aufgerufen und eine Rad-Info-Tour von den Harpener Teichen, entlang des Harpener Bachs zum Ümminger See und weiter bis zum Ölbach initiiert. „Da ich nicht jedem Einzelnen erklären konnte, wie alles zusammenhängt, sollten interessierte Menschen auf diese Weise die Möglichkeit bekommen, sich vor Ort und mit Fachleuten über die Baumaßnahmenzu informieren.“

Bürgernähe und Bürgerbeteiligung überaus wichtig

Ohnehin ist dem neuen Bezirksbürgermeister Bürgernähe und Bürgerbeteiligung – wie schon seiner Vorgängerin – überaus wichtig und ein zentraler Punkt seiner Arbeit. Zum einen für die Menschen, die sich ohnehin für ihr Quartier interessieren und engagieren, aber vor allem möchte er diejenigen zurückholen, die sich abgehängt fühlen und eigentlich nicht mehr erreichbar sind.

„Wir müssen mit den Leuten ins Gespräch kommen, müssen Antworten finden, damit Menschen nicht ins rechte Spektrum abdriften und nicht mehr auf uns reagieren.“ Auch das ist aus seiner Sicht der Sinn des ISEK: Das Verantwortungsgefühl zu stärken und Menschen in ihrem Quartier zu binden. „Wir brauchen Menschen, die sich für  ihren Sprengel interessieren und sich kümmern – ohne bürgerschaftliches Engagement kann Demokratie nicht funktionieren, an der Stelle müssen wir die Menschen abholen. Und da stellt sich die Frage, wie wir Beteiligungsformate optimieren können.“

Jugendliche „ins Boot holen“

Im Blick hat er dabei auch die Jugendlichen. „Wie holen wir diese ins Boot?“ Eine Frage, auf die Dirk Meyer eine umsetzbare Antwort sucht. Denn er weiß: „Unsere politischen Prozesse dauern häufig zu lange. Wenn ein 15-Jähriger, der eine tolle Idee hat, die aber erst drei Jahre später zur Umsetzung kommt, ist er kein Jugendlicher mehr und hat dann bereits das Interesse an seiner eigenen Projektidee verloren. Auch denen möchte ich vermitteln, dass es dennoch Sinn macht, Ideen zu entwickeln.“

Und was wünscht er sich für den Stadtbezirk im Jahr 2023? „Dass wir für unsere Bürgerzentren mit der Entwicklung und den Konzepten weiterkommen und sie Realität werden lassen. Wir brauchen die drei „Guten Stuben“: das Luther-LAB in Langendreer, das Erich-Brühmann-Haus in Werne und ein Soziales Zentrum in Laer“. 

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