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Die inklusive Sportart schlechthin

Wattenscheider Reiterinnen trainieren beim Co-Bundestrainer Para-Dressur

Neun Reitpaare aus ganz Deutschland absolvierten beim traditionellen Frühjahrsturnier des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Wattenscheid erfolgreich ihre Para-Dressur-Prüfungen. Lokalmatadorin Charlotte Schindler landete auf Samburu auf dem dritten Platz. 

„Reiten ist die inklusive Sportart schlechthin“, betont Detlev Müller: Ein behinderter Reiter mit einem nichtbehinderten Pferd. Der Bundeskoordinator für Breiten- und Spitzensport Para-Dressur moderierte die Westfalen-Premiere für Reiter mit Handicap am Höntroper Südpark und stellte die Reitpaare mit ihren Behinderten-Graden vor, nach denen sich die Schwere der Aufgaben richtet. Er setzt sich dafür ein, dass es mehr Prüfungen auf Regel-Turnieren für die 80 Para-Dressurreiter*innen in Deutschland gibt. Para-Reiter*innen müssen für ein Turnier weite Fahrten auf sich nehmen: Grundschullehrerin Anne Barth reiste mit Wunderkind sogar aus Freiburg an. 

Mit Ehrgeiz und Reitbegeisterung

Charlotte Schindler startet für den LRFV Wattenscheid und reitet entsprechend ihrem Grade IV die Prüfungen aus Schritt-, Trab- und Galoppsequenzen – vergleichbar der Klasse L im Regelsport. Wird Kür verlangt, entspricht sie der Klasse M. Im Sattel kann die 19-Jährige ihre mittelschwere zentrale Koordinationsstörung, die Arme und Beine betrifft, sehr gut ausgleichen. Die räumliche Wahrnehmung ist durch eine starke Sehschwäche auf beiden Augen vermindert, hören kann sie nur mit Cochlea-Implantaten. Mit Ehrgeiz und Reitbegeisterung reitet sie aber auch erfolgreich im Regelsport. 

Doch die Para-Dressur eröffnet der talentierten Reiterin ganz neue sportliche Entfaltungsmöglichkeiten. Seit einigen Jahren trainiert die angehende Fachabiturientin bei Co-Bundestrainer Rolf Grebe beim Paralympisches Trainingszentrum (PTZ) in Frechen und wird regelmäßig in Lehrgängen in Warendorf gefördert. Jetzt hat er sie für die Deutsche Meisterschaft nominiert. „Das ist ein großartiges Ambiente mit erstklassigen Pferden und internationalen Größen des Para-Dressur-Sports“, freut sich die junge Reiterin.

Miteinander der Para-Reiterinnen und Reiter ist vorbildlich

Auch Sarah Kandziora Godoy (18) vom LRFV Wattenscheid trainiert einmal im Monat bei Rolf Grebe im Pferdesport- und Reittherapie-Zentrum (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen. Beim heimischen Dressurturnier konnte sie in der Para-Dressur nicht starten, da die für ihr Grade V als Blinde ausgeschriebene Prüfung für sie und ihr Pferd Diva noch zu schwer war. Doch im September wird sie eine Para-Dressurprüfung in Schwerte reiten können. „Darauf freuen wir uns“, erzählt Mutter Cari Godoy, Vorstandsmitglied beim LRFV Wattenscheid: „Das Miteinander der Para-Reiterinnen und Reiter ist vorbildlich. Alle sind sehr kameradschaftlich und hilfsbereit. Sie meistern ihr Schicksal mit sehr viel Energie und Humor.“

Bericht von Sabine Strohmann

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