Noch keine Verträge für die Waldbühne

Verein will im nächsten Sommer wieder Märchenspiele aufführen

„Der Wille der Politik und dessen Umsetzung durch die Verwaltung haben nichts miteinander zu tun. Das musste ich lernen.“ Franz Josef Ridder ist ein bisschen enttäuscht. Darüber, dass alles so lange dauert. 

Ridder ist der erste Vorsitzende des Vereins Kolping-Waldbühne Höntrop e.V.. Der Verein wurde eigens gegründet, um die traditionsreiche Waldbühne im Südpark zu retten. Und eigentlich sollte alles längst geklärt sein, der Verein mit seinen Ehrenamtlern bei der Arbeit sein. Aber es ist wie so oft: Der Teufel liegt im Detail.

„Es ist noch nichts in trockenen Tüchern“, sagt Franz Josef Ridder, „die Mühlen mahlen langsam.“ Von Seite des Vereins sei alles klar, man habe noch einmal klar gemacht, die Waldbühne übernehmen zu wollen. 

Dafür hatte der Rat der Stadt Bochum eine Summe von einer runden Million Euro zugesichert und in den Haushalt eingestellt. Gleichwohl ist das Geld noch nicht da. 

Verein will Waldbühne übernehmen – und wartet auf Verträge

„Es geht um zwei Verträge, die noch nicht unterschrieben sind, einmal der über das Geld. Der zweite Vertrag wäre ein Nutzungs- und Betreuungsvertrag, der es uns ermöglicht, die Waldbühne zu betreiben“, sagt Franz Josef Ridder, „die haben wir aber noch nicht. Uns wurde gesagt, dass das Rechtsamt die immer noch prüft.“ Ein Vertragsentwurf mit Wünschen und Vorstellungen habe der Verein schon vor drei Jahren vorgelegt.

Die Sache mit der Million dürfte sich bald erledigt haben: Bochums Kulturdezernent Dietmar Dieckmann sicherte zuletzt im Haupt- und Finanzausschuss zu, dass alle Hemmnisse aus dem Weg geräumt seien. 

Die waren happig, gerade für einen kleinen Verein wie den Kolping-Waldbühne Höntrop e.V.: „Die Stadt wollte von uns Sicherheiten oder Bürgschaften, das war ein reines Wunsch- und Traumdenken der Stadt, die hätten wir gar nicht leisten können. Ich hatte meinen privaten Bankberater mal drauf angesprochen, der hat sich kaputt gelacht, das waren utopische Preise“, erzählt Ridder.

Architekt ist schon bestellt

Jetzt sucht man mit der Stadt eine Lösung – allerdings geht der Verein auch einen anderen Weg, die Probleme aus dem Weg zu räumen. Er hat sich an den Petitionsausschuss des Landes NRW gewandt. Hier werden Probleme mit den Behörden auf kurzem Dienstweg verhandelt.

„Wir hoffen immer noch, im nächsten Sommer die Märchenspiele aufführen zu können“, sagt Ridder, „aber das wissen wir noch nicht. Wir hoffen einfach, dass es nicht mehr so lange dauert.“ Ein Architekt für den Umbau und die Sanierung der Waldbühne ist schon mal engagiert worden. Vorsorglich.

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