Skip to main content

Wohnungslosen-Projekt
macht vielen Angst

Stadt will ehemaliges Altenheim für betreutes Wohnen nutzen

In Gerthe sind derzeit viele Menschen aufgebracht. Die Stadt Bochum plant, in den aufgegebenen Altenheimen an der Lothringer Straße (Haus Gloria 1 und 2) rund vierzig Wohnungslose unterzubringen.

Was die meisten Gerther und Gertherinnen daran stört: In der direkten Nachbarschaft befinden sich zwei Kindertagesstätten und eine Einrichtung für Unter-Dreijährige. Wohnungslose, womöglich unter Drogen oder psychisch erkrankt, das könnte die Kinder mindestens irritieren, wenn nicht traumatisieren, Spritzen oder Flaschen könnten auf den Spielplätzen landen.

Es gibt selbstverständlich auch andere Stimmen, der Tenor der von uns Befragten aber klingt so. „Rechts eine Kita, links eine Kita, das geht gar nicht. Man weiß ja nicht, wie sich das weiterentwickelt“, sagte uns eine Gertherin, „dann wird vielleicht geklaut – beängstigend, für die Eltern auch.“ Es gibt schon eine Petition, die von besorgten Eltern auf den Weg gebracht wurde, einige haben schon unterschrieben.

Menschen werden rund um die Uhr betreut

Etwas pragmatischer sieht das eine andere Anwohnerin: „Ich sage mir: Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, die muss man unterstützen. Kommt drauf an, wie sie sind.“

Und genau hier ist der Punkt, an dem sich vielleicht der Volkszorn etwas abkühlen könnte. „Wir überlegen, dort Menschen unterzubringen, die in anderen Häusern schon leben und bei denen eine Perspektive besteht, dass sie auch langfristig eine Wohnung beziehen können“, sagt Bochums Sozialdezernentin Britta Anger, „in der Lothringer Straße werden Menschen wohnen und sie werden betreut, rund um die Uhr. Wir haben Menschen, die zum Beispiel aufgrund von Trennung die Wohnung verloren haben und die durchaus noch einer Beschäftigung nachgehen.“

Entscheidung im September

Anger hat den betroffenen Kitas jetzt einen Brief geschrieben und ein Gesprächsangebot gemacht, vielleicht gibt es auch noch eine Infoveranstaltung für die Allgemeinheit. Der Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Stadt Bochum entscheidet im September über den Mietvertrag für das ehemalige Altenheim.

Bei Britta Anger bleibt allerdings ein schaler Nachgeschmack: „In bin irritiert darüber, über das Bild, das es über Obdachlose gibt, zum Teil auch entsetzt“, sagt sie im Hallobo-Interview, „ich würde mir wünschen, dass sie den Menschen eine Chance geben, eine Perspektive zu bekommen.“

O-Ton Britta Anger (mp3-Audiofile):

Schlagwörter


  • Sportjugend Bochum
  • Stadtwerke Bochum
  • Glasfaser Ruhr
  • Holger Peters  Kfz Sachverständiger Ruhr
  • Volksbank Bochum Witten EG
  • USB Bochum