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Peter Mohr

Ausse Lohrheide – die SG 09-Kolumne April 2023

Peter Mohr befindet sich in seiner 33. Saison als Berichterstatter an der Lohrheide, hat alle Höhen und Tiefen rund um die SG 09 mitgemacht und leugnet nicht, vom schwarz-weißen Virus infiziert zu sein.

Es lässt sich nicht leugnen: Die Rückrunde verlief für die SG Wattenscheid 09 mehr als enttäuschend. Im Spieljahr 2023 gab es nur einen einzigen „Dreier“ zu sehen – beim 2:1-Erfolg beim Ligaschlusslicht in Straelen. Ansonsten dominierten die „langen Gesichter“ nach den Partien – nach erschreckenden individuellen Patzern und nach vermisstem energischem Aufbäumen. 

Ja, diese zweite Saisonhälfte  hat gezeigt, dass die Kluft zwischen der SGW und den etablierten Regionalligisten riesengroß ist. Hier die ambitionierten Feierabendkicker, auf der anderen Seite die Vollprofis. 0:6 bei Fortuna Köln und 0:3 bei Alemannia Aachen stand nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel – und das bei Mannschaften, die im Laufe der Saison auch ihre Probleme hatten und früh die eigenen hohen Ansprüche über Bord werfen mussten.

Die Regionalliga entwickelt sich (auch durch die neuen Stadion-Auflagen) zu einem gefährlichen Vakuum zwischen Amateur- und Profifußball. Es ist für die Liga abträglich, wenn im Saisonendspurt eine Partie vom Verband abgesagt wird, weil das Stadion nicht liga-tauglich sein soll (Düren gegen Münster). Und wenn sich ein wackerer Aufsteiger wie Kaan-Marienborn zum Rückzug entscheidet, spricht dies Bände über die künftig zu erfüllenden Bedingungen in der Regionalliga.

Welcher sportlich ambitionierte Oberligist kann denn die Auflagen erfüllen? Wird das Meisterschaftsrennen in der 5. Liga möglicherweise zukünftig sogar uninteressant, weil nur ein ganz kleiner Kreis an Teams überhaupt aufsteigen will?

Mit den zu erfüllenden Rahmenbedingungen hat(te) die SGW keine Probleme, aber daneben gibt es noch die hohe Hürde im sportlichen Bereich. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass nach mehr als 75 Prozent der absolvierten Spiele die Tabelle nicht lügt. Und das bedeutet, dass der Gang in die Oberliga bevor steht.

Nach dem verkündeten Rückzug des 1. FC Kaan-Marienborn und des Regelverstoßes der Kölner U21 beim Sieg in der Lohrheide (bei Redaktionsschluss war noch nicht über den Einspruch entschieden worden) hatte man sich im Kampf um den Ligaerhalt noch einmal „moralischen Rückenwind“ erhofft. Doch das völlig enttäuschende Spiel in Lippstadt und die Heimniederlage gegen Rödinghausen (zwei Partien fast ohne eigene Torchancen) ließen die Hoffnung wie eine Seifenblase zerplatzen.

Nein, da war nicht mehr diese 100-prozentige Energie und Überzeugung zu sehen wie in der Vorrunde, als etliche Spiele nach der Pause noch „umgebogen“ wurden. Warum? Vielleicht hat die Mannschaft, um einmal das moderne Fußball-Vokabular zu bemühen, schlicht und einfach „überperformed“.

Bis demnächst inne Lohrheide
Euer Peter Mohr

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