Schüler betreiben Café
für die Nachbarschaft

Auf einen Kaffee im Jedermann

So etwas hat in Bergen einfach gefehlt. Ein Treffpunkt für alle, die Lust auf einen gemütlichen Kaffee oder ein schönes Stück selbst gemachten Kuchen haben. Let´s come together – das ist das Motto des Café Jedermann. 

Nur leider hat dieses Café nur einmal die Woche nachmittags geöffnet, jeden Mittwoch von 14:30 Uhr bis um 17 Uhr. Und damit sind wir auch schon bei der Besonderheit des Café Jedermann. Es befindet sich in der Hilda-Heinemann-Schule in der Eifelstraße.

Schuleigene Back-AG liefert den Kuchen

Einmal die Woche bauen Schüler und Lehrer der Förderschule Bistro-Garnituren auf, im Schulkiosk wird Kaffee gekocht, die Kuchen werden in der schuleigenen Back-AG vorbereitet, das Foyer der Schule wird zur guten Stube, gedämpftes Licht, Musik, ansprechende Dekoration. Menschen aus der Nachbarschaft sind gekommen, zum Teil ganze Gruppen von älteren Damen, aber auch Männer, die allein an ihrem Tisch sitzen und Kuchen essen. 

Schüler haben alles im Griff

Schüler der oberen Klassen kellnern, in eigens angefertigten Schürzen, alles wie in einem richtigen Café. So wie Fynn. Der Junge hat das Down-Syndrom und liebt seinen Job: „Hier kann ich was machen“, sagt er, „ich komme mit neuen Leuten in Kontakt, die Arbeit ist gut, es macht Spaß.“   

Hinter einem Tisch steht Ahmed und bereitet frische Waffeln zu. An manchen Mittwoch-Nachmittagen sind das schon mal 50-60 Stück, „fast eine ganze Schüssel Teig“, sagt er, „aber ich habe alles im Griff.“

Die Hilda-Heinemann-Schule hat das Café im Mai nicht ohne Grund eröffnet. „Entstanden ist die Idee für ein Café für die Nachbarschaft aus einem Erasmus-Projekt“, erzählt Lehrer Dirk Robens, der heute zum Kaffee-kochen eingeteilt ist, „jetzt läuft es unabhängig davon weiter. Für uns steht das im Kontext der Berufsvorbereitung. Gerade im Bereich der Gastronomie haben wir die Hoffnung, manche unserer Schüler im ersten Arbeitsmarkt platzieren zu können.“ Kontakte zu anderen inklusiven Betrieben gibt es bereits, auch erste Praktika sind möglich. 

Trinkgeld wird geteilt

Das Café Jedermann trägt sich übrigens selbst, Besucher gibt es genug, gerade im Sommer waren die Sitze draußen sehr beliebt. Gewinne gehen zu einhundert Prozent an den Förderverein der Schule. Das Trinkgeld kann in ein Sparschwein geworfen werden und wird geteilt oder für gemeinsame Aktivitäten genutzt. 

Wenn gute Arbeit geleistet wird, wie es die Schüler im Café Jedermann tun, dann sollte das auch belohnt werden.

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