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Mit der Taschenlampe
den Kröten auf der Spur

Umweltspürnasen können was erleben

92 spannende Schnupperkurse zum Umweltschutz bietet der 32. Umweltspürnasen-Pass des Umwelt- und Grünflächenamtes von März bis Dezember.

Umweltpädagogin Rita Brandenburg hatte den Pass seinerzeit ins Leben gerufen, um Kinder mit der heimischen Natur vertraut zu machen.

Auf Kröten- und Fröschesuche

Die ersten spannenden Abenteuer erleben die Umweltspürnasen bereits im März abends bei Einbruch der Dunkelheit. Ausgestattet mit Einweghandschuhen und Taschenlampen begeben sie sich auf die Spuren von Kröten und Fröschen, Molchen und Salamander. Die heimischen Amphibien sind seit Ende Februar in ganz Bochum auf dem Weg zu ihren angestammten Laichgewässern – zum Teil über stark befahrene Straßen.

Zu ihrem Schutz baut das Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt in der Hauptwanderzeit bis Anfang April Amphibienschutzzäune auf, sperrt die Hauptwanderstraßen der Kröten nachts für den Autoverkehr und bittet mit Hinweisschildern um Rücksicht auf die Tiere.

Doch was spielt sich am Krötenschutzzaun ab? „Sobald die Nachttemperaturen fünf bis sieben Grad betragen und es feucht genug ist, machen sich die Amphibien auf den Weg,“ erklärt Birgit Debus. Seit über 30 Jahren liegt ihr der Amphibienschutz am Herzen – im Naturschutzbund Bochum wie auch während ihrer Zeit als Biologielehrerin am Hellweg-Gymnasium in Wattenscheid. Als der Nabu Bochum noch selbst Krötenschutzzäune an der Blücherstraße betreut und Amphibien gezählt hat, hat sie ihre Schüler und deren Eltern mit ins Boot geholt.

Etwa 5000 Kröten mussten pro Saison sicher über die Straße gebracht werden. „Die große Zahl führte bei der Planung der Umgehungsstraße zum festen Einbau sogenannter „Krötentunnel“ für die sichere Wanderung der Amphibien zum Blumenkamp“, berichtet Birgit Debus.

Zäune zum Schutz der Amphibien

Um die Population und Artenvielfalt bestimmen und die Entwicklung über Jahre erfassen zu können, werden die Amphibienschutzzäune nur noch ausschließlich vom Umwelt- und Grünflächenamt und seinen MitarbeiterInnen im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) betreut. Unterstützung bekommen sie durch eine Gruppe von Studierenden der RUB. „Auf Wanderrouten ohne Zaun sind in Absprache mit dem Umweltamt auch Anwohner aktiv“, so Birgit Debus.

Unter ihrer Leitung beobachten die Umweltspürnasen das Geschehen am Amphibienschutzzaun. Viele Kröten schauen mit großen Augen aus den eingegrabenen Eimern, in denen sie bei ihrer Suche entlang des Zauns nach durchlässigen Stellen gelandet sind. Wer sich traut, nimmt mit Einmalhandschuhen eine Kröte auf die Hand. Die Studierenden lassen die Kröten auf der anderen Seite hinter dem zweiten Zaun gleichmäßig verteilt wieder frei.

Maßnahmen gegen die Salamander-Pest

Bevor die kleinen Umweltspürnasen den Heimweg antreten, werden ihre Schuhsohlen desinfiziert. „Hygiene ist ungeheuer wichtig, damit die Salamanderpest nicht weitergetragen wird, die für den Feuersalamander und Molche tödlich ist“, erklärt Birgit Debus ein Problem, das den Fortbestand dieser Amphibienarten stark gefährdet.

Auch in den übrigen Veranstaltungen lernen Umweltspürnasen ganz viel über die heimische Flora und Fauna.

Bericht von Sabine Strohmann

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