Bäderkonzept

Trotz Klage – Badstandort Höntrop weiter realisierbar

Irgendwie trotzig ragt der zehn Meter Beton Sprungturm an die Baumwipfel des Südparks in Höntrop. Bäume und Sträucher wachsen inzwischen am Beckenrand und auf der Tribüne des, ja man muss sagen, ehemaligen Bades im Südpark.

Die Brandruine des Hallenbades ist längst abgerissen und das alte Freibad ist auch kaum mehr als eine Ruine. Seit Jahren liegt das Gelände brach und die Natur erobert es sich zurück. 

Verein will Badstandort erhalten

Quasi endlos wird nun schon über die Neubaupläne für den Badstandort in Höntrop diskutiert. Drei verschiedene Varianten liegen auf dem Tisch: Hallenbad, Hallenbad mit Cabriodach und großes Familien-Spaßbad mit Saunalandschaft. Bauvoranfragen für alle drei Varianten bekamen grünes Licht. Anwohner haben jetzt gegen alle Badneubaupläne geklagt. Wattenscheider Politiker und natürlich der Verein der Freunde des Hallenfreibades Höntrop wollen trotzdem an den Bauplänen am Standort im Südpark festhalten. Der Vereinsvorsitzende Stefan Wolf setzt darauf, dass alle städtischen Gutachten zu den Bauvarianten hieb- und stichfest sind. „Dann hätten Klagen keine Aussicht auf Erfolg“, so Wolf. Fest steht aber: Ein Rechtsstreit mit offenem Ausgang dürfte die Baupläne in jedem Fall weiter verzögern. 

Bäderkonzept soll bis Ende 2021 beschlossen werden

„Kläger und Stadt sollten es mal mit einem Gespräch versuchen. Möglicherweise lassen sich ja so Vorbehalte aus dem Weg räumen“, wünscht sich Wolf einen Dialog. Inzwischen stellt sich aber den Politikern im Bochumer Rathaus erneut die Grundsatzfrage bei den Bädern. Die Wasserwelten Bochum, als Stadtwerketochter Badbetreiber für die Stadt Bochum, hat eine Bestandsaufname aller Bäder im Stadtgebiet gemacht. Hier wird deutlich, dass viel Geld investiert werden muss, bis zu 84 Millionen Euro, um alles wieder auf Stand zu bringen. Es wird wohl die größte Investition in Bochums Bäder seit 50 Jahren. Dabei wären auch weitere Badschließungen möglich. „Bochum hat soviel Freibadfläche wie Essen und Duisburg zusammen“, sagt Kai Krischnak Pressesprecher der Wasserwelten Bochum. Insgesamt gibt es 13 verschiedene Sanierungs-Szenarien, welches davon kommen soll können nun bis Jahresende die Kommunalpolitiker für die ganze Stadt entscheiden.

Dabei erscheint der Ausgang formal offen, allerdings spielt natürlich Geld immer eine Rolle. Rein wirtschaftlich gesehen dürfte und dafür muss man kein Hellseher sein, ein weiterer Badstandort im Südpark wahrscheinlich am Ende insgesamt teurer sein als am Freibad in Südfeldmark noch eine Schwimmhalle zu bauen.

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