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TV Wattenscheid 01 Gastgeber

Starkes Aufgebot bei Leichtathletik-DM in Lohrheide

Mit den besten Wünschen des Hauptsponsors, den Stadtwerken Bochum, sind die Athletinnen und Athleten des TV Wattenscheid 01 Leichtathletik e.V.  in Richtung Deutsche Meisterschaften gestartet. Der Weg ist bekanntlich nicht weit. Die Leichtathletik-DM findet in diesem Jahr, an diesem Wochenende, im heimischen Sportpark Lohrheide statt.

„Die Fans dürfen sich auf zwei Tage Spitzen-Leichtathletik freuen“, sagte der Sprecher des Vorstands der Stadtwerke Bochum, Frank Thiel, bei der traditionellen Pressekonferenz vor den „Deutschen“ auf der Empore im Stadtwerkehaus, „“sie alle sind Botschafter des Sports und unserer Stadt. Der Spitzensport reicht weit in die Gesellschaft hinein.“ Der TV 01 und die Stadtwerke seien seit rund zwei Jahrzehnten verbunden, so Thiel weiter, „das zeigt, dass wir beide Ausdauer haben.“

Über 40 Athletinnen und Athleten

Der TV Wattenscheid 01 geht mit über 40 Athletinnen und Athleten in das „Heimspiel“. Man sei in allen Disziplinen vertreten, sagte Manager Michael Huke, das liege aber auch an den Jugendlichen, die im Rahmenprogramm starten. „Wir haben aber auch so viele junge Leute am Start, die wir an Meisterschaften und vielleicht auch irgendwann internationale Wettkämpfe heranführen wollen“, so Huke. Seine gewohnte Vorhersage der Menge an Medaillen, die der TV 01 holt, unterließ er ganz bewusst: „Es ist schon genug Druck auf dem Kessel“, sagte er, „ich bin aber überzeugt, dass wir ein, zwei Überraschungen erleben werden.“

Christina Honsel muss passen

Die schlechte Nachricht: Hochspringerin Christina Honsel muss wegen langwierigen Fußproblemen passen. „Das Risiko wäre zu groß, auch im Hinblick auf die Europameisterschaften“, sagte Honsel, die am Wochenende im Lohrheidestadion sein wird, unter anderem zu einer Autogrammstunde des DLV, am Sonntag ab 14 Uhr.

Eine Kandidatin für eine positive Überraschung ist Mittelstreckenläuferin Verena Meisl: Die dritte der Meldeliste ((4:06,17 Minuten) über 1500 Meter hat in dieser Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht und ihre Bestzeit immer weiter verbessert. „Das liegt vielleicht daran, dass ich seit der Hallensaison gesund geblieben bin. Ich zeige Konstanz im Training. Für mich ist das Zeil eine Medaille. Nach zweimal Bronze in den letzten Jahren kann es ruhig mal eine andere Farbe sein“, so Meisl.

Marius Probst, der ebenfalls über 1500 Meter an den Start gehen wird, verzichtete auf große Ansagen: „Dem Körper geht es gut, er ist alt, aber es geht ihm gut. Die letzten Wochen waren gut, so dass ich sehr zuversichtlich bin, ich freue mich tierisch drauf.“ Die Konkurrenz aber sei in diesem Jahr sehr groß, sagte der mehrfache Deutsche Meister weiter, vor allem im Hinblick auf das Duell mit dem frischgebackenen Meilen-Rekordler Robert Farken.

Etwas weniger Strecke zurückzulegen hat TV 01-Neuzugang Marie Celie Warneke über 800 Meter. Prognosen gab es auch von ihr nicht. „Ich habe schon eine lange Saison hinter mir“, sagt die Fünfte der letzten Deutschen Meisterschaften, die auch schon mal australische Meisterin war. Ihr Minimal-Ziel: Das Finale.

Sprint der Männer

Im Sprint der Männer gibt es ein Maximal-Ziel: Gold mit der Staffel. „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen“, sagte Julian Reichmann, der nach einer langwierigen Verletzung erstmals wieder an den Start gehen wird, allerdings nur mit der Staffel. So sieht das auch Deniz Almas: „Ich stehe körperlich gut da. Über 100 Meter ist es ein enges Feld, die Konkurrenz ist groß, trotzdem ist eine Medaille drin, ich bin ein Meisterschaftsläufer. Aber am Sonntag wollen wir Gold holen.“

Dafür soll auch ein volles Stadion sorgen. „Das beflügelt mich“, freute sich Routinier Kevin Ugo, der über 200 Meter und in der Staffel startet, „über 200 will ich ins Finale, mit einer 20 vorne.“ Ebenfalls in der Staffel dabei: Youngster Alvin Mawumba, der zuletzt bei der U20-DM in Wattenscheid überzeugte und sich für die Weltmeisterschaften in den USA qualifiziert hatte. „Ich werde Spaß haben am Sonntag“, so der Deutsche U20-Meister über 200 Meter. Das will auch Max Fischer – er startet am Samstag über 100 Meter.

Jolina Ernst gut vorbereitet

Ähnlich sieht das bei Jolina Ernst aus, die über 100 Meter und 200 Meter an der Startlinie stehen wird. „Ich bin immer jemand, der bei einer Meisterschaft gut in Form ist, Ich erwarte aber auch einiges. Druck habe ich überhaupt nicht, weil ich schon erlebt habe, wie laut dieses Stadion sein kann. Jolina Ernst war schon bei den World University Games im letzten Jahr dabei. Sprinterin Marlene Körner hat dagegen nur ein Ziel: „Ich hoffe, dass ich meine Leistung weiter steigern kann.“ In diesem Jahr hat die junge Sprinterin über die 100 Meter eine 11,65 stehen.

Über 400 Meter sind Fabian Straberg und Routinier Manuel Sanders für den TV 01 dabei. „45,73 – das ist nicht, was ich aktuell draufhabe, da geht mehr“, sagte Sanders, „ich habe unfassbar Bock. Bei den Europameisterschaften in München habe ich gemerkt, was ein Heimvorteil bewirken kann.“ Zur Erinnerung: Bei der EM 2024 lief Manuel Sanders mit der deutschen 4 mal 400-Staffel zu Bronze. Fabian Straberg will sich im „Konzert der Großen“ dagegen erst noch einfinden: „Ich möchte meine PB angreifen und versuche, einen schönen Lauf hinzulegen“, sagte der 20-jährige.

Im Dreisprung ist U20-Athletin Berenike Roos am Start, nach Silber und neuer PB (12,93 Meter) vor zwei Wochen bei den U20-Meisterschaften. Die Juniorin nimmt es locker: „Ich bin die Jüngste im Starterfeld. Ich habe nichts zu verlieren.“ Aber eben einiges zu gewinnen.

Supertalent der Diskus-Werferinnen

Das gilt auch für den Diskuswurf der Frauen: Erstmals dabei ist Super-Talent Favour Adesokan, die zuletzt mit Gold und Silber bei den U20- und den U23-Meisterschaften überzeugte. „Für mich geht es darum, in den ersten drei Versuchen eine schöne Weite hinzulegen“, sagt sie bescheiden. Kollegin Joyce Oguama, seit jetzt einem Jahr Studentin in den USA, will schon etwas mehr: Sie ist die sechste der Meldeliste, hat den Rekord an ihrem College in Alabama gebrochen und wurde Zweite bei den amerikanischen Studentenmeisterschaften. Das liest sich gut auf ihrer Visitenkarte und reicht für den Verdacht in Richtung Überraschung. Für Julia Ritter heißt es in diesem Jahr mal wieder auf die Frage „Kugel oder Diskus?“: Beides. Die Erklärung ist so einfach wie die Laune bei Julia Ritter gut ist: „Wenn ich Diskus weglasse, klappt Kugel auch nicht besser, also kann ich auch beides machen“, lacht die ehemalige U20-Weltmeisterin, „ich glaube, es wird ein guter Sonntag. Ich freue mich auf das Publikum.“

Daniel Jasinski wird ebenfalls zum Diskuswurf antreten – und das, obwohl er in diesem Jahr noch nicht einen Wettkampf absolviert hat. „Ich kämpfe seit Anfang des Jahres mit Achillessehnen-Problemen und habe ein Sonderstartrecht beantragt“, sagt der Bronzemedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele von Rio, „bin gespannt, wie es wird und versuche, mich auf meine Erfahrung zu verlassen.“ Davon gibt es übrigens eine Menge – die Daniel Jasinski jetzt auch beratend an seine Kolleginnen weitergibt. Was draus wird, wird das Wochenende zeigen.

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