900 Läufer mit Herz
Rückblick auf den 20. Kemnader Burglauf
Der Kemnader Burglauf, der Benefizlauf rund um den Kemnader See, zog zum 20. Geburtstag so viele Läuferinnen und Läufer an wie nie zuvor. Einige nahmen dabei sogar lange Anfahrten auf sich. Bericht und Fotostrecke von Martin Lindner.
Das größte Geschenk zum 20. Geburtstag des Kemnader Burglaufs zugunsten muskelkranker Kinder machten die Läuferinnen und Läufer selbst: Knapp 900 Starter beim Halbmarathon, 10-Kilometer-Lauf, 4-Kilometer-Lauf sowie dem 10-Kilometer-Walken sorgten für eine historische Bestmarke bei dem Benefizlauf, der unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Bochum sowie der Bürgermeister von Hattingen und Witten stand. Zusammengekommen ist die herausragende Spendensumme von rund 27.000 Euro.
Sichtbarkeit
Silvia Hornkamp, Geschäftsführerin des Vereins Duchenne Deutschland (hat den Burglauf organisiert), ist sprachlos angesichts des „Ansturms“, der die Burgmauern des altehrwürdigen Hauses Kemnade am 30. August zum Beben brachte. „Die Teilnehmer laufen für Menschen, die es selber nicht mehr können und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein besseres Leben für sie“, so Silvia. Zudem zeigen sie mit ihrem Engagement Sichtbarkeit für die unheilbare Krankheit Duchenne-Muskeldystrophie, die noch weitgehend unbekannt ist.
Mit den eingenommenen Geldern finanziert der Verein Erkrankten unter anderem Rollstuhlsportkurse und Selbsthilfeangebote, kümmert sich um die Aufklärungsarbeit. Ebenfalls werden Therapien und die Forschung gefördert, um die Lebensqualität der an Duchenne erkrankten Kinder und jungen Menschen zu verbessern.
Lars Dyringer (29), dessen Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist und der Hilfe beim Atmen braucht, ist glücklich über diese Unterstützung. „Auf dem Burglauf kann ich mich auch mit anderen Menschen austauschen, das bedeutet mir viel“, sagt er mit lächelnden Augen.














Neben den Läufen wurde im Burghof ein buntes Rahmenprogramm angeboten: mit Tombola, Live-Band, Kuchenverkauf, Imbissstand, Hüpfburg, Bogenschießen, Klötzchenbauen, Fotobox und mehr.
Valerie Wiethoff (67) und Elke Hölper (66) sind aus Dortmund gekommen, um zwei Neffen einer Freundin zu unterstützen, die mit Duchenne-Muskeldystrophie leben. „Wir kannten die Krankheit vorher gar nicht“, sagen sie. Seit einigen Jahren steht der Termin bei ihnen fest im Kalender. „Es macht große Freude, hier zu sein und sich für den guten Zweck zu engagieren“, so die beiden.
Das denkt auch Daniel Alexander Bizjak (37), der extra für den Benefizlauf aus Ulm angereist ist und der in diesem Jahr den anspruchsvollsten Lauf, den Halbmarathon, gewonnen hat (seine Zeit: knapp 80 Minuten). Die beste Halbmarathon-Läuferin bei den Frauen war Johanna Watermann (33) aus Bochum; sie konnte sich über die fantastische Zeit von 90 Minuten freuen. „Der Sieg fühlt sich noch schöner an, weil man weiß, wofür man läuft“, sagt sie lächelnd.
Muskeldystrophie Duchenne
Die seltene genetische Erkrankung tritt schon im Kindesalter auf und führt zu einem fortschreitenden Muskelabbau. In Deutschland leben rund 3.000 Kinder und junge Erwachsene mit dieser Diagnose. Duchenne-Muskeldystrophie ist nicht heilbar und führt dazu, dass Kinder an den Rollstuhl gefesselt sind und meistens schon als junge Erwachsene versterben. Wichtige Anlaufstelle für betroffene Familien ist die Deutsche Duchenne Stiftung im Netz.
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