Klümpkes aussem Bunker

Anne Bude: Neu eröffneter Bunker-Kiosk an der Bahnhofstraße

„Man muss sich auch mal trauen.“ Das sagt Kürsat Altun – und er hat sich getraut.

Er hat den Kiosk übernommen, den er eigentlich immer wollte. Den „Bunker-Kiosk“ im alten Weltkriegs-Hochbunker an der Bahnhofstraße, Ecke Wibbeltstraße in Wattenscheid.

Betreiber hat aufwändig renoviert 

Unter der ewig rauschenden Brücke der A-40 über die Bahnhofstraße strahlt der Bunker-Kiosk komplett neu, wie aus dem Ei gepellt, hineingebaut in den Eingangsbereich des Beton-Riesen. Mitte September hat Kürsat Altun eröffnet. Vorher hat er aufwändig renoviert, innen und außen gestrichen, eine neue, große Lichtreklame angebracht. Das hat ein bisschen was gekostet, das Geld muss erst einmal wieder verdient werden. Wenn jetzt nicht am eigentlichen Bunker die irgendwann mal gut gemeinte bunte Bemalung langsam abblättern würde, wäre alles perfekt.

Genau dieser Kiosk war ein Kindheitstraum

Altun ist erst 31 Jahre alt, ist eigentlich gelernter Anlagenmechaniker. „Ich habe international und in Deutschland auf Montage gearbeitet, im Rohrleitungsbau“, erzählt der gebürtige Wattenscheider, „von klein auf aber war die Sache mit dem Kiosk immer im Hinterkopf. Mit genau diesem Kiosk. Durch einen Zufall war er dann frei und ich konnte ihn ergattern.“ Schon als Kind habe er, sagt der Höntroper, immer beim Besuch und Vorbeifahren gedacht: Der muss es sein, das wäre cool.

„Ich bin um die Ecke geboren“, so Kürsat Altun, „da ist es doch toll, wenn man den Laden um die Ecke betreiben kann.“ Die große rote Leuchtreklame macht übrigens Sinn: Der Bunker-Kiosk ist von Montags bis Samstags schon ab fünf Uhr morgens geöffnet. Im Angebot: belegte Brötchen und Baguettes, alle möglichen Backwaren aus dem eigenen Backshop. Und natürlich frischer Kaffee für einen günstigen Preis. „Das weiß ich aus eigener Erfahrung, wenn man morgens früh aufsteht“, lacht Altun, „Kaffee ist genauso ein Grundnahrungsmittel wie Brot.“ Den nutzen auch die vielen Berufsschüler der umliegenden Schulen – in der Pause und vor der ersten Stunde gibt es regelmäßig einen Riesenauflauf vor dem Bunker, die Jungs und Mädchen kommen in Trupps an.

Schüler und Arbeiter kommen, Alkohol gibt es keinen

„Der Ansturm“ nennen das Kürsat Altun und seine Schwester, die im Laden mithilft. Die Schüler nutzen die fünf Stehtische, die aufgestellt sind, lachen, quatschen, rauchen.

Einen Ansturm anderer Art haben die zwei verhindert: der Bunker-Kiosk war jahrelang feste Anlaufstelle der Trinker-Szene, zum Leidwesen der Nachbarn. „Das war ein Sauf-Treff“, sagt Kürsat Altun, „mit Rücksicht auf die Nachbarschaft verkaufen wir deshalb keinen Alkohol. Die freuen sich.“

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