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Langendreer: Als die „Germania“ demontiert wurde

In der hallobo-Ausgabe des Monats März haben wir kurz die Frage zur Diskussion gestellt, ob die „Germania“ wieder aufgestellt werden soll. Dazu haben wir einen Blick in die Historie geworfen.

Nach knappen 90 Minuten war der Spuk vorbei und aus der „gestandenen“ Langendreerer Germania eine „Liegende“ geworden: Mit einem Spezialkran hob am frühen Morgen des 16. November 1981 eine Dortmunder Firma die Skulptur von ihrem angestammten Sockel und transportierte sie später in der Horizontalen ins Bochumer Stadtarchiv. Ein gutes Stück Langendreerer Geschichte war weg — und kaum einer hatte es, der frühen Stunde wegen und trotz der vorausgehenden Diskussionen, wirklich wahrgenommen. Norbert Busche allerdings, damals noch sehr „frischer“ Bezirksvorsteher, schaute an diesem Morgen vorbei. 

Schon einige Minuten nach sieben Uhr hatten die Arbeiter das eine Woche zuvor errichtete Gerüst betreten, der Kran wartete bereits. Als die Germania am Haken hing, ließ sie der Kranführer eine Weile in der Luft schweben. Gewissermaßen als letzte Gelegenheit zum Abschiednehmen von dem ihr so vertrauten Ort, an den sie – so die Pläne und Wünsche der Bezirksvertretung Ost von damals – zurückkehren sollte. 

Inzwischen hat es sich die arg verwitterte sandsteinerne Dame, die bei der Demontage und beim Abkippen auf den LKW um ein Haar ihren Kopf verloren hätte, ja im Stadtarchiv sehr gemütlich gemacht und über eine Rückkehr oder Restaurierung sprach in Langendreer eine lange Zeit praktisch niemand.

Kurz vor Weihnachten allerdings trat Florian Schur, Vorsitzender des bis dahin eher unbekannten, 2018 gegründeten „Westfälischen Geschichtsvereins Bochum“ mit einer neuen Idee an die Öffentlichkeit. Der Verein würde gern mit Hilfe von Spenden und öffentlichen Fördermitteln eine Kopie aus dem 3D-Drucker am alten Ort aufstellen. Dieser von der CDU im Bochumer Rat unterstützte Plan kam allerdings nicht überall gut an.

Die originale, immer noch wettergegerbte Germania, lag, so wie sie transportiert worden war, einige Jahre im Stadtarchiv. Gezwungenermaßen, weil man glaubte, dass die Belastung pro Quadratzentimeter für den Boden sonst zu hoch wäre. Inzwischen ist sie allerdings wieder aufgerichtet worden und grüßt die Besucher. An ihrem alten Platz, neben dem Langendreerer Markt, steht seit 1981 nur noch der Sockel.

Text und Fotos: Eberhard Franken

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