Bäuerliche Kulturlandschaft

Agrarprojekt: Landwirtschaft ohne Pestizide und mit Blühstreifen

Was 2019 als Pilotprojekt gestartet wird, wird jetzt weiter ausgebaut: Die Stadt Bochum startet ein großes Projekt zum Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft, das so genannte PIK-Projekt (PIK = produktionsintegrierte Kompensation). Dazu wurde kürzlich ein Auftrag an die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft vergeben. 

Dem jetzigen Startschuss für die großflächige ökologische Flächenaufwertung ist 2019 ein Pilotprojekt vorausgegangen, Kooperationspartner war Landwirt Jan Bockholt. Die fünf Hektar große Pilotfläche liegt in Bochum-Langendreer auf der Stadtgrenze zu Witten, wo Bockholt auch seinen Hof hat. Die Maßnahmen sind für beide Seiten erfolgreich angelaufen. Daher hat sich die Stadt Bochum nun entschieden, das Projekt deutlich auszuweiten.

Ökologische Aufwertung

Ziel ist es, rund 40 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Bochum ökologisch deutlich aufzuwerten – beispielsweise durch die Anlage von Blühstreifen, Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden und viele weitere Strukturmaßnahmen. Umgesetzt werden diese Maßnahmen durch die Bochumer Landwirte, die dazu Verträge mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft schließen. Die Landwirte erhalten eine Entschädigung für die Umsetzung dieser Natur- und Artenschutzmaßnahmen. Die Kosten trägt die Stadt Bochum. Dafür speist die Stadt Bochum die so erzielten Biotopaufwertungen in ein so genanntes Ökokonto ein. Aus diesem städtischen Ökokonto kann dann später bei Eingriffen in Natur und Landschaft, beispielsweise Bauvorhaben, der verpflichtende Ausgleich abgebucht werden. 

Einzigartiges Projekt

Dieses Projekt ist im dichten Ballungsraum der Metropole Ruhr in dieser Art und Größenordnung bislang einzigartig. Als Mitglied im Bündnis für Biologische Vielfalt und als Klimanotstandskommune engagiert sich die Stadt Bochum damit auf besondere Weise für die biologische Vielfalt. Denn die 40 Hektar große Fläche bleibt als Kompensationsfläche dauerhaft für die bäuerliche Kulturlandschaft erhalten und wird ökologisch aufgewertet. Das sorgt für mehr Artenvielfalt, den Insekten- und auch ganz allgemein den Artenschutz, für Verbesserungen des Grundwasserhaushaltes, für Aufwertungen des Landschaftsbildes.

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