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Fritjof Schmidt, Ratsmitglied
für die Grünen im Bochumer Osten

Polit-Kolumne: Kommunalpolitik ist das pralle Leben

Für Rätselfans: ein Wort mit fünfzehn Buchstaben, das nach verstaubten Hinterzimmern, gestelzten Reden und maximaler Realitätsferne klingt: „Kommunalpolitik“.

Und es gibt sie tatsächlich – die dicken Papierstapel der Verwaltungsvorlagen. Die Ratssitzung im Dezember hatte mehr als 90 unterschiedlich anstrengende Tagesordnungspunkte und Sitzungsunterlagen von über 1.500 Seiten. Und es gibt reichlich 100 Sitzungstermine, die für ein Ratsmitglied realistisch gesehen im Jahr anstehen. Darin könnte man versinken.

Raus auf die Straße

Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Für mich findet Politik auf der Straße statt. Ich will wissen, was Sie beschäftigt. Das kann in der Nachbarschaft sein, an der nächsten Straßenecke – oder an Ihrer Haustür. Über 1.000 Haustüren habe ich im Sommer aufgesucht. Weitere 1.000 Türen sollen es jetzt im Frühjahr werden – und noch einmal 1.000 im Herbst.

Hier sehe ich, wie es den Leuten geht. Ich erfahre von leicht und schwerer lösbaren Problemen in der Nachbarschaft. Ich freue mich über die unterschiedlichen Treppenhäuser, Hinterhöfe und Gärten. Jede Straße, jedes Haus und jede Tür ist eine andere Praline in unserer Nachbarschaft. Und manche Tür bleibt ganz zwanglos zu.

Mitreden und mitmachen

Erst wenn die 1.500 Seiten der Sitzungsunterlagen mit dem Leben der Menschen zusammenpassen, funktioniert Politik. Und schon in den ersten Wochen nach der Wahl hat einiges funktioniert: In Langendreer werden Fußgänger durch einen Tempo-30-Bereich vor der Lutherkirche besser geschützt. Es werden weniger Bäume bei der anstehenden Kanalerneuerung am Alten Bahnhof gefällt, als vor längerer Zeit geplant war. Es geht voran mit dem Solarausbau auf öffentlichen Dächern. Und nicht zuletzt werden sehr große Millionenbeträge in die Kitas und Schulen unserer Kinder investiert.

Was ich sagen möchte: Kommunalpolitik ist das pralle Leben. Wenn ihr uns grüne Mandatsträger seht, dann sagt uns, was euch beschäftigt. Und am besten: Macht einfach mit! Vielleicht sehen wir uns auf der Straße oder an einer Haustür,

bis dahin,
Ihr Fritjof Schmidt

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