Waltraud Ehlert alias Esther Münch

Wallis Welt: Analog und digital

Ein ganz besonderes Erlebnis sind die Comedy-Rundgänge aus der Reihe „Wallis Welt“. Waltraud Ehlert alias Esther Münch zeigt allen Interessierten ihr Bochum.

Et tut mich leid, abba ich muss Sie heute ma wat erzählen, wat mich auffe Seele an drücken is. Sie wissen vielleicht, dattet seit Corona deutlich mehr Hunde in Bochum gibt, als wie davor. Wat altgediente Hundebesitzer und  Hundebesitzerinnen schon lange wissen: So ein Schätzeken braucht neben Futter, Wasser und Auslauf auch eine Bindung an seinen Menschen. Und genau deshalb wurden die meisten dieser Hundis auch angeschafft. Gerade in Corona, ohne den üblichen Kontakt, suchen die Menschen nach einem Freund, einem Gefährten und jemandem, der keine Widdawörtas gibt und kuschelt, wenn der Mensch dat Bedürfnis danach hat.

Wat ich abba seit einige Zeit da draußen an sehen bin, macht mich die Haare an raufen. Ich mein, et is klar dat man heutzutage sich die Tiere digital innen Intanet ankuckt, aussucht und zu sich nimmt. Abba WENN die dann da sind, dann musset analog weitagehen. So einem Kötachen is dat Handy piepegal, der braucht dat nich und is sich an wundan, wenn der Mensch, mit den er geht, nur an den Handy zugange is, statt wat mit ihm – dem neuen Gefährten – gemeinsam zu untanehmen.

Wie der gnadenlose Zufall dat so will, seh ich auf eine große Wiese vor einem von unsere Bochuma Wahrzeichen für die alte Zeit unta Tage einen Menschen mit seinem Kötachen. Mensch is jung, Hund auch. Mensch hat Schnackleine in der einen, Handy in der anderen Hand. Hund will Aufmerksamkeit und hüpft fast auf Augenhöhe, damit Mensch ihn sieht, statt die ganze Zeit auf dat Handy zu kucken.

Mensch reagiert nich, Hund rennt wie bekloppt im Kreis und wat macht der Mensch? Der longiert den Hund, indem er die Leine über seinen Kopf an schwingen is. WAT soll dat??

Ich kann Sie gannich sagen, wie doll ich meine Zunge blutich gebissen hab, damit ich nich innen Mund ausrutsch , wie die die Fäuste inne Tasche gemacht hat und meine Nägels inne Handflächen gegraben hab, damit ich den Menschen nich bestimmte Schläge auffen Hintakopp hab zuteil werden lassen, wenn Sie wissen, wattich damit sagen will.

So, getz isset raus. Ich wünsch alle Menschen mit ihre Tiere eine ganz wundabare Zeit und alle, die sowat machen, wie dat wattich erzählt hab, ein Kuscheltier aus Stoff, am besten vonne Kirmes geschossen!

So, und getz bleiben Sie alle schön lieb miteinanda, schüss Ihre Walli

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