Nasch-Angebot für Passanten

Urban Gardening: Blumen, Gemüse und Kräuter mitten in Langendreer

Als im Juni 2017 der Schweizer Künstler Roman Signer auf dem Amtsplatz vorbeikam, um seine „Atmende Säule“ 37 Jahre nach ihrer Installation zu besuchen, arbeiteten dort gerade auch Aktivisten der in 2017 gegründeten Langendreer Urban-Gardening-Gruppe an den noch ziemlich frischen Beeten in der Mitte des Carl-von-Ossietzky-Platzes.

Signers kritischer Blick galt der Abdeckkappe, die seine Säule im Winter schützen soll – und den Beeten, die er aber abnickte.

Den ehrenamtlichen Gärtnern, die in 2022 also ihren fünften Geburtstag feiern, wurde damals zugesagt, den aktuell bereits „beackerten“ Raum nahe der Säule weiter pflegen zu dürfen. Weiteren Blumenbeeten hatte Signer jedoch eine klare Absage erteilt. „Die Gestalt des Platzes in seiner jetzigen Form“, fasste Gastgeber Wolfgang Heinemann von Bezirksvertretung damals zusammen, „muss so erhalten bleiben.“

Nasch-Angebot für Passanten

Begründerinnen der Urban Gardening Gruppe in Langendreer waren Ulrike Hiltawsky, Claudia Heinemann, Nicole Troesch und Carola Mallek. Inzwischen hat sich die Reihe der Mitstreitenden deutlich erweitert und verbreitert. „Ursprünglich war es so gedacht“, erinnert sich Mallek, „dass zwei Menschen ein Beet gepflegt und betreut haben.“ Inzwischen gibt es eine Gruppe, die sich um die große Aufgabe Volkspark Langendreer kümmert. Dort gibt es seit der Neugestaltung ja sogar frisches Gemüse und viele Kräuter, die von Passanten probiert werden dürfen. Von diesem Nasch-Angebot wird reichlich Gebrauch gemacht, aber im Grundsatz handelt es sich um einen Gemeinschaftsgarten. „Die Beete“, so Carola Mallek, „sind den pflegenden Familien fest zugeordnet, die natürlich dort selbst etwas ernten möchten.“

Im Dorf – und nicht nur dort – zieht Beate Gaede als guter Geist ihre segensreichen Kreise, indem sie dort einige Hochbeete liebevoll und mit großer Erfahrung und enormem Fachwissen versorgt, das sie auch an die anderen Urban Gardener weitergibt. Für ihre Arbeit ist die engagierte Frau im Übrigen auch schon von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch ausgezeichnet worden.

Text und Fotos: Eberhard Franken

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