Menschen aus 16 Nationalitäten im Team
Thiers besondere Wurstküche
„Frische, Qualität, Kundennähe“- so die Geschäftsphilosophie von Oliver Thiers. Doch etwas anderes macht sein Fleisch- und Wurstwaren-Unternehmen so besonders: Es ist der gelebte Integrationsgedanke, der im Alltag nicht nur funktioniert, sondern maßgeblich zum Erfolg beiträgt. In dem Familien-Betrieb ist Platz für Mitarbeiter, die sonst auf dem Arbeitsmarkt nur schwerlich eine Chance haben.
Rund 50 Beschäftigte aus mittlerweile 16 verschiedenen Nationen arbeiten in dem Familienbetrieb in Wattenscheid Hand in Hand. Menschen aus Ländern wie Eritrea, Afghanistan, Iran, Bosnien, Vietnam oder der Ukraine bilden hier ein starkes Team. Unterschiedliche Sprachen, Kulturen oder Hintergründe spielen im täglichen Miteinander keine trennende Rolle – im Gegenteil: Sie bereichern den Betrieb. Oliver Thiers: „Dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam arbeiten, sehen wir nicht als Herausforderung, sondern als Selbstverständlichkeit.“
Flüchtlingshilfe Eppendorf
Über den Kontakt zu Rita Kordt von der Flüchtlingshilfe Eppendorf stellte er Menschen aus Eritrea ein, fünf von ihnen haben heute ihren Platz in dem Fleisch- und Wurstwaren-Unternehmen. Wie auch drei Taubstumme, zwei Ukrainer und ein Bulgare, die sich prima über Handzeichen verständigen können. Bei allen Sprachproblemen habe man eine ganz eigene Art der Kommunikation entwickelt. „Es klappt“, sagt Oliver Thiers.


Trotz dieser Vielfalt gibt es keine Reibungen – vielmehr eint alle ein klares Ziel: täglich Produkte in höchster, IFS-zertifizierter Qualität herzustellen. Dass dieses Ziel konsequent erreicht wird, belegen eindrucksvoll 18 Goldmedaillen bei 18 eingereichten Produkten beim Qualitätswettbewerb „Meisterstücke“. „Qualität ist hier kein Anspruch auf dem Papier, sondern gelebte Praxis“, sagt Oliver Thiers: „Alles läuft friedlich, kollegial. Hier zählt der Mensch. Wer Lösungen haben will, der findet Wege.“
Förderung durch Fachkräfte
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Erfolgs ist die Förderung der Mitarbeiter. Viele von ihnen hatten zuvor kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt, teilweise ohne Schulabschluss oder formale Ausbildung. Bei Thiers werden sie von erfahrenen Fachkräften intensiv eingearbeitet, ausgebildet und begleitet. Ihnen stehen Experten zur Seite, die ihr Wissen weitergeben und sie Schritt für Schritt zu qualifizierten Mitarbeitern entwickeln. Thiers: „So entsteht ein Umfeld, in dem jeder Einzelne wachsen kann – unabhängig von Herkunft oder Lebenslauf.“ Die geringe Fluktuation zeigt: Die Menschen fühlen sich wohl, übernehmen Verantwortung und identifizieren sich mit ihrer Arbeit.
Der 67-Jährige führt den Betrieb heute in der fünften Generation. Oliver Thiers beliefert große Abnehmer wie Aldi, Rewe und Lidl. Der Markt ist umkämpft, aber er hat sich einen festen Platz erobert. Und seine „wahrscheinlich beste Stadionwurst Deutschlands“ wissen Zuschauer auf vielen Sportplätzen zu schätzen.
Text und Fotos: Gerd Strohmann
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