Info-Abend in der Zentralbücherei
Mit KI Lehrer austricksen
Wer mehr über das Thema KI wissen möchte, kann an der letzten kostenfreien Veranstaltung der Reihe in der Zentralbücherei am 4. November teilnehmen. Ein Bochumer IT-Beratungsunternehmen klärt in der Stadtbücherei über Künstliche Intelligenz auf. Ein Beitrag von Martin Lindner.
Der KI-Dialog ist ein zweimonatliches Format der Zentralbücherei Bochum in Kooperation mit Sepisight. Die vorerst letzte Veranstaltung in diesem Jahr findet am 4. November in der Stadtbücherei Bochum (Lore-Agnes-Raum), Gustav-Heinemann-Platz 2-6, von 18-19 Uhr statt. Diesmal wird der Frage nachgegangen, welchen Wert unsere eigene Identität noch besitzt, wenn KI das menschliche Auftreten im Alltag bereits täuschend echt simulieren kann.
Hintergrund: Schüler werden heutzutage immer einfallsreicher, wenn es darum geht, ihre Lehrer mit dem „Zauberkasten“ Künstliche Intelligenz auszutricksen. Technik-Experte Mustafa Eser des Bochumer IT-Beratungsunternehmens Sepisight berichtet: „Zwei Abiturientinnen haben mir einmal erzählt, dass sie das Mikrofon ihrer Smartphones im Unterricht einschalten, wenn die Lehrerin eine Frage stellt und erhalten blitzschnell eine Antwort aufs Display.“ Sie zeigen dann auf und bekommen gute Noten für die Lösungen, die der Chatbot kurz zuvor ausgespuckt hat. Und wenn die Schüler ihre Smartphones vor dem Unterricht abgeben müssen, hätten sie meistens noch ein zweites in der Tasche.
Erfundene Antworten
Künstliche Intelligenz ist eine Jahrhunderttechnologie, die menschliche Fähigkeiten – wie logisches Denken und Kreativität – imitieren kann. Sie ist effizient und wird vor allem im Schulalltag gerne genutzt. Aber eines ist die Künstliche Intelligenz nicht: unfehlbar. So berichtete ein Student der Ruhr-Uni, dass die KI, die er häufig zur Literaturrecherche benutzt, eine hohe Fehlerquote aufweise und bei einer gezielten Suche in Buchkapiteln häufig unbrauchbar sei. Lese- und Literaturpädagogin Beate Bischoff kann aus dem Arbeitsalltag der Stadtbücherei Bochum berichten, dass immer wieder Besucher zu den Bibliotheksmitarbeitenden kommen und nach Büchern fragen, die es überhaupt nicht gibt – die ihnen aber von dem Chatbot als Lektüre empfohlen worden sei.
Kritisches Denken ausgeschaltet
Das ist kein seltenes Phänomen, weiß Kassandra Kienitz, Gründerin und CEO von ‚Sepisight‘. Denn wenn ein Chatbot in einem speziellen Fall die Antwort nicht weiß, erfindet er mitunter einfach eine. Gefährlich werde es, wenn ein Chatbot das Weltbild seines Erschaffers übernehme: Als Beispiel nennt Kienitz den KI-Chatbot ‚Grok‘ von Elon Musk. Wenn dann das kritische Denken bei den Nutzern ausgeschaltet sei und sie einer Künstlichen Intelligenz blind vertrauen, entwickle sich ein verhängnisvoller Teufelskreis.
KI-Dialog, Mittwoch, 4. November, Stadtbücherei Bochum (Lore-Agnes-Raum), Gustav-Heinemann-Platz 2-6, von 18 – 19 Uhr. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Der Zugang ist barrierefrei.
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