Ehrenamt, Ehrensache
Die „Müll-Mafia“ schafft im Norden Ordnung
Wenn Christiane Frisch Gerthe und Umgebung durchstreift, ist sie kaum zu übersehen: Sie trägt (wie ihre Mitstreiter) eine knallig-gelbe Weste mit einem Aufdruck, der garantiert für Aufmerksamkeit sorgt: „Freiwillige Müll-Mafia – Mach mit!“
Wie Christiane Frisch dazustieß und was sie motiviert, darüber hat sie mit hallobo gesprochen. „Ich habe allein damit angefangen, 2019, beim Joggen. Der Müll störte mich. Ich habe festgestellt, dass mir die Bewegung guttut. Das richtige Bücken ist gesund, ein Workout.“ Die pensionierte Architektin trifft sich oft kurzentschlossen mit den anderen Müllsammlern und schon geht’s zu zweit oder in einem Team los, darüber tauschen sie sich in ihrer WhatsApp-Gruppe aus. Sie sprechen Fußgänger an oder werden angesprochen, sie suchen auch mit Geschäftsleuten den Dialog in Sachen Sauberkeit.
Vom Mühlenbach in den Atlantik
„Bewaffnet“ sind die Ehrenamtlichen mit vom USB zur Verfügung gestellten Holzgreifzangen. Hinzu kommen Falteimer, Müllsäcke, Putzmittel und Kehrschaufeln. Die „Müll-Mafia“ besteht aus interessierten Freiwilligen und engagierten Mitgliedern des Vereins Gerther Treff.
Christiane Frisch: „Im Prinzip mache wir ,Müllhopping‘, gehen von Abfallbehältern zu Abfallbehältern. Oft liegt unfassbar viel Müll und Dreck drumherum.“ Es sind nicht nur Schüler, die beispielsweise zu Supermärkten pilgern und danach Getränkedosen und Verpackungen einfach wegschmeißen, Erwachsene verhalten sich keineswegs immer vorbildlich. Auch Infotafeln und Schilder werden beschmiert, die die Unermüdlichen reinigen. Sie gehen auch durch Parkanlagen und Wälder, entsorgen Unrat.




Der „Müll-Mafia“ setzt sich für Umwelt- und Naturschutz ein, möchte Bewusstsein schaffen. Christiane Frisch: „Für mich ist es Heimatschutz. Wir wollen uns hier in Gerthe doch wohlfühlen. Darum verstehe ich Menschen nicht, die aus dem Urlaub tolle Bilder mitbringen und zuhause ihren Mist einfach wegschmeißen.“
Umdenken ist wichtig. Christiane Frisch nennt ein prägnantes Beispiel: Zigarettenkippen. „Eine einzige Kippe im Gerther Mühlenbach gelangt durch den Ölbach in die Ruhr, dann in den Rhein, danach in die Nordsee und landet schließlich im Atlantik. Eine einzige Kippe verunreinigt zig Liter Wasser, auch Trinkwasser.“
Neue Mitstreiter willkommen
Die „Müll-Mafia“ hat bei ihren Einsätzen auch viel Spaß, die Arbeit verbindet. Die Untergruppe des Vereins Gerther Treff freut sich über weitere interessierte Mitmenschen, die aktiv werden wollen. Eine Vereinszugehörigkeit ist keine Voraussetzung. Wer gerne mitmachen möchte, meldet sich einfach per E-Mail unter: info@gerther-treff.de
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