Protest: Kunstwerke zum Schutz der Bäume

Initiativen kooperieren mit Gerther Künstler

Bochum gehört zu einem der Klima-Hotspots in Deutschland, die Rhein-Ruhr-Region ist Teil des wärmsten Landstrichs der Republik. Die Stadt braucht deswegen Bäume – und zwar viele.

Das sagen die Bürgerinitiativen „Gerthe-West – So nicht!“ aus dem Bochumer Norden und „Hinter der Kiste“ gemeinsam mit den Initiativen Schlosspark und Charlottenstraße. Stattdessen aber, so die Initiativen, fälle die Stadt Bochum immer mehr Bäume und baue immer weiter, bis zu zehntausend Wohneinheiten.

Initiativen fordern moderates Bauen

„Laut Bundesverfassungsgericht muss der Staat Leben und Gesundheit der Menschen schützen. Anstatt zusätzliche grüne Korridore zu schaffen, wie es die Klimapolitik fordert, fällt und baut Bochum auf der grünen Wiese. In Altenbochum musste schon alter Baumbestand dem Ostpark weichen und es soll weitergehen: Fast 200 Bäume wurden für das neue Schulzentrum in Bochum-Gerthe gefällt, das geplante Bauprojekt „Gerthe West“ würde bei Umsetzung nach der ersten Vision zu einem Verlust von mehr als 400 schützenswerten Bäumen führen“, steht es in einer gemeinsamen Mitteilung der Initiativen.

Es müsse doch auch anders gehen, heißt es weiter: Moderates Bauen im Einklang mit der Natur müsse das Ziel sein. Landschaftsschutzgebiete dürften nicht verplant werden, Bäume auf der Naturdenkmalliste dürften gar nicht erst in die nähere Betrachtung eines Bauvorhabens kommen. Oder aber die Schwarzpappel in Hiltrop: Die habe Napoleon, die Preußen und den Zweiten Weltkrieg überlebt, sie werde aber wohl nicht Gerthe West überleben.

Kunst am Baum statt Kunst am Bau

Um diese Forderungen zu verdeutlichen, haben sich die Bürgerinitiativen mit dem Bochumer Künstler H.D. Gölzenleuchter zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie mit der Aktion „Bau(M)-Kunst“ die Öffentlichkeit auf betroffene, besonders schützenswerte Bäume und Baumbestände aufmerksam machen – natürlich unter Einhaltung der Baumschutzbestimmungen. Die einzelnen Motive werden schützend um die Bäume gelegt.

ARTWALK nennen die Initiativen das. Dieser Kunstsparziergang geht von Hiltrop über Wiemelhausen und Weitmar bis nach Linden. Weitere Informationen sind unter baum-kunst.art zu finden.

Die Arbeiten von H.D. Gölzenleuchter haben Mensch und Natur zum Thema – und das im doppelten Sinne: Er arbeitet als bildender Künstler seit den 60er Jahren mit Holz, schneidet Motive in gebrauchtes Holz, walzt es mit Farbe ein und druckt es als Holzschnitt auf Papier oder Leinwand. Sein Holz: ausgediente Türen, Tischplatten, Vierkantbalken oder alte Eichenbohlen. Gölzenleuchter hat aus dem Zyklus „Mensch und Baum“ sieben Motive zur Verfügung gestellt. Jede Bürgerinitiative konnte sich ihre Motive frei wählen. Die Aktion läuft seit dem Mai. Am 3. Juli gibt es ein offenes Atelier des Künstlers samt Führung in der Lothringer Straße 36 c).

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