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Bochum-Nord

HistoBo: Alter Bildband zur Geschichte wieder aufgetaucht

Manchmal tauchen alte Schmuckstücke wieder auf. In unserem Fall geht es aber nicht um Familien-Erbstücke wie Schmuck oder alte Erinnerungsstücke. Es geht um ein Buch – genauer gesagt: um einen Bildband.

Der erschien im Jahre 1987 und dreht sich ausschließlich um die Geschichte des Bochumer Nordens. 

Herausgegeben wurde das Buch mit dem Titel „Bei uns in Bochum-Nord. Bilder und Texte zur Ortsgeschichte“ zum einen von der Bezirksvertretung Nord, zum anderen vom Arbeitskreis Geschichte im Stadtbezirk Bochum-Nord e.V. – vor eben mehr als 35 Jahren. 

Verein hat sich neu aufgestellt

Der Verein existiert noch, hat sich nach langen Jahren der Untätigkeit (fast alle noch lebenden Mitglieder von damals erfreuen sich mittlerweile eines biblischen Alters) jetzt neu formiert. Eben, um den Verein und seine langjährige Arbeit nicht sterben zu lassen. 

Im Zuge dessen fand man jetzt auch über hundert der damals veröffentlichten Bildbände wieder.

„Die liegen jetzt sicher bei mir im Keller“, sagt die neue Vorsitzende Christiane Niesel aus Hiltrop.

Erste Auflage war schnell vergriffen

Der Bildband zeigt das Leben im Bochumer Norden, Stadtansichten, Luftbilder, das aktuellste Foto zeigt Gerthe im Jahr 1986. 

Ländliche Idyllen sind zu sehen, Bilder von einem der ersten Autos, Schulkinder, die Arbeitswelt vor allem auf den Zechen, eigentlich alles, was man damals wohl finden konnte in den Archiven. 

Die erste Auflage von „Bei uns in Bochum-Nord“ war in den Achtziger schon nach fünf Wochen vergriffen, es musste nachgedruckt werden. Aus dieser zweiten Auflage stammen die Exemplare, die jetzt wieder da sind.  

Längst vergessene Dinge kommen im Band zum Vorschein. Wer erinnert sich zum Beispiel noch daran, dass in den Fünfziger Jahren ein elektrifizierter Oberleitungs-Bus durch Hiltrop fuhr? Der Bochumer Norden hat offensichtlich schon damals an der Energiewende gearbeitet. 

Interessant auch, wie sich das Stadtbild in den einzelnen Ortsteilen immer wieder verändert. Bilder aus den zwanziger Jahren stehen Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Achtzigern gegenüber. Auch die Moden haben sich natürlich geändert, wie zum Beispiel das Foto des Lehrerkollegiums der Evangelischen Schule Hiltrop zeigt. 

Blick in die Geschichte des Bochumer Nordens

Dazu kommen Informationen, die auch heute noch schwer zu bekommen sind: Der Geschichtskreis hat damals zum Beispiel recherchiert, dass es im Jahre 1798 im von der Milchwirtschaft geprägten Gerthe 14 Bauern, 17 Kötter, 13 Tagelöhner, vier Schuster, einen Schneider, drei Leineweber, einen Leibzüchter, vier Zimmerleute , zwei Schmiede, einen Radmacher, einen Gastwirt, einen Wollspinner und einen Müller gab. Dafür muss man schon tief in die Archive abtauchen.     

Kurzum: Ein tolles Buch, um zu schmökern und sich in alte Zeiten zurück zu versetzen – denn auch die Zeiten, in denen das Buch entstand, sind schon längst wieder Geschichte. 

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