Neuer Wohnraum für ältere Menschen

GWV will seniorenfreundliches Wohnen in Altenbochum bauen

Mitte März sind an der Wasserstraße 116 bis 118a gegenüber des Edeka-Marktes in Altenbochum die Abrissbagger angerückt. Ein großes Loch klafft bereits in der Häuserzeile, die ersten Wände sind gefallen.

Seniorenfreundliches Wohnen durch neue, barrierearme Wohnqualitäten

Der Gemeinnützige Wohnungsbauverein zu Bochum (GWV), mit rd. 3.000 Wohnungen Bochums größte Wohnungsbaugenossenschaft, plant dort neuen Wohnraum für ältere Menschen zu errichten. Die alten dreigeschossigen Objekte sind nicht mehr sinnvoll sanierungsfähig und werden nun komplett abgerissen. „Der Abriss schafft Platz für neue, barrierearme Wohnqualitäten, die auch durch eine aufwändige und kostenintensive Sanierung nicht hätten erreicht werden können“, so das GWV-Vorstandstrio Micha Heimbucher, Christian Knibbe und Michael Meyer.

Abbruch dauert etwa zehn Wochen

Die drei Abrisshäuser aus dem Jahr 1935 umfassen rund 1.200 Quadratmeter mit 24 Wohneinheiten. Die darin bisher wohnenden Mieter wurden bei ihrem Umzug vom GWV unterstützt und konnten überwiegend im Genossenschaftsbestand eine neue Wohnung finden. Der Abbruch der Gebäude wird laut GWV etwa zehn Wochen dauern. Danach folge die bei solchen Bauvorhaben übliche Untersuchung nach Kampfmitteln und Bergbauschäden. Das Bauantragsverfahren läuft noch, wobei die Bauvoranfrage zwischenzeitlich positiv beschieden wurde. So sei man optimistisch, dass der erste Spatenstich für das Neubauvorhaben in der zweiten Jahreshälfte planmäßig stattfinden könne, so der GWV. Ersten Planungen zufolge soll die Fertigstellung zum Sommer 2023 erfolgen. Die neuen, dann barrierearmen Wohnungen sind mit zwei bis drei Zimmern ausgestattet und werden voraussichtlich eine Größe zwischen 38 und 78 Quadratmetern haben.

Wohnanlage entsteht „mitten im Leben“

Statt abgelegen auf der grünen Wiese, entstehe diese Wohnanlage ganz bewusst „mitten im Leben“, so der GWV. Und das eben in Altenbochum, einem quirligen Viertel mit kurzen Wegen und besonders praktisch für ältere Menschen. Direkt vor der Haustüre befinden sich neben dem Supermarkt ein Bäcker mit Café, ein Ärztehaus, eine Sparkasse und eine Apotheke sowie eine Bushaltestelle. „Auch die Balkone sind absichtlich zur Straße geplant, damit die Bewohner etwas zum Schauen haben und an dem bunten Treiben teilhaben können“, erklären die GWV-Vorstände.

Auch Demenz-WG geplant

Das Besondere an dem Bauvorhaben: Auch eine Demenz-WG soll dort ein Zuhause finden. Die genauen Details sind zurzeit noch in der Planung. „Die Demenz-WG als sozialer Baustein und besondere Wohnform des Projektes bietet demenziell erkrankten Menschen in Bochum eine gute Alternative zur stationären Pflegeeinrichtung“, sagt Christian Knibbe. Überdies ist beabsichtigt, gemeinsam mit dem WG-Betreiber ein Konzept zu erarbeiten, das allen Bewohnern des Neubaukomplexes „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ bieten solle. Ziel dabei sei es, den Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden auf möglichst lange Zeit zu ermöglichen. Darauf hat der GWV in der Vergangenheit bereits reagiert und ähnliche Projekte für Senioren realisiert, wie z.B. in der Düppelstraße.

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