An der Stadtgrenze zu Castrop

Ecosoil in Gerthe: Politiker könnten Ansiedlung stoppen

An der Bövinghauserstraße, direkt an der Stadtgrenze zu Castrop, will die Firma Ecosoil Böden aufbereiten. Dabei im Blick: das ehemalige Betriebsgelände der Firma Philippine.

Anwohner in Gerthe und Castrop befürchten viel Dreck und jede Menge zusätzlichen Verkehr. Klar ist, Bochums Lokalpolitiker könnten die Ansiedlung verhindern, wenn sie im Stadtrat einen Bebauungsplan beschließen, der die Ansiedlung eines Bodenaufbereiters an diesem Standort ausschließt.

„Rund 200 Laster werden im Schnitt pro Tag hier fahren. An Spitzentagen können es auch 300 sein. Das wird aber nur an 10-20 Tagen im Jahr der Fall sein“, betont Hans Herrmann Hüttemann, Ecosoil-Geschäftsführer. Allerdings versteht er die Aufregung nur teilweise. „Schließlich sind wir ein Umweltunternehmen und helfen mit, dass nicht soviel neue Grünfläche verbraucht wird“, sagt der Geschäftsführer. Ecosoil bereitet z.B. Böden von alten Industrieflächen auf, um sie einer anderen Nutzung zuzuführen.

Stadt verlangt Verkehrsgutachten von Ecosoil in Gerthe

Um den Standort in Gerthe zu betreiben, hat die Stadt ein Verkehrsgutachten vom Unternehmen verlangt. „Ende Februar haben wir alles eingereicht. Wir warten nun auf eine Entscheidung“, erklärt Hüttemann. Die eingereichten Gutachten werden aktuell noch einmal gegengecheckt.

„Schließlich passiert in Zukunft in Gerthe jede Menge: Pflegeschule, Großküche und das Baugebiet Gerthe West. Das muss bei der Berechnung alles berücksichtigt werden und ist sehr komplex. Aber dafür haben wir Experten im Haus“, macht Stadtbaurat Markus Bradtke deutlich. „Für uns ist es wichtig, bei so einer sensiblen Sache ganz sauber zu arbeiten“, lässt Bradtke durchblicken, dass hier Gründlichkeit wichtiger ist als Schnelligkeit.

Im Stadtbezirk Nord ist die Verärgerung aufgrund der geplanten Aufbereitungsanlage jedenfalls riesengroß. Verschiedene Bürgerinitiativen haben bereits protestiert, und die Bezirksvertretung hat viele Fragen zur möglichen Gewerbeansiedlung gestellt. Entscheiden kann die Bezirksvertretung in dem Fall aber nichts. Anders ist das im Stadtrat. Hier könnte eine Mehrheit einfach einen Bebauungsplan beschließen, der die Ecosoilansiedlung verhindert..

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