Peter Mohr

Ausse Lohrheide – die SG 09-Kolumne August 2022

Er befindet sich in seiner 33. Saison als Berichterstatter an der Lohrheide, hat alle Höhen und Tiefen rund um die SG 09 mitgemacht und leugnet nicht, vom schwarz-weißen Virus infiziert zu sein.

Hallo Wattenscheid,

der Regionalligaspielplan ist kein Wunschkonzert. So hat man bei den Verantwortlichen an der Lohrheide das „knackige“ Auftaktprogramm auch ohne lautstarkes Lamento aufgenommen. Ganz nach dem Motto: Irgendwann müssen wir gegen alle spielen.

Ja, das stimmt – und doch hätte ich mir einen etwas „sanfteren“ Einstieg in die Regionalliga gewünscht als gegen Münster und Wuppertal, gegen den äußerst knapp geschlagenen „Vize“der letzten Spielzeit und gegen einen der großen Mitfavoriten auf den Aufstieg.

Die Ergebnisse waren beinahe erwartbar. Viel wichtiger erscheint mir nun, wie man damit umgeht. Im Verein wird dies zu keinerlei Unruhe führen, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber! In den sozialen Medien, deren Einfluss auf die öffentliche Meinung nicht zu unterschätzen ist, hatten sich nach den beiden 1:4-Auftaktniederlagen schon einige „verbale Heckenschützen“ in Stellung gebracht und der SGW nach zwei Spieltagen die Regionalligatauglichkeit abgesprochen.

Was haben diese Zeitgenossen erwartet? Oder sind es einfach nur ein Dutzend „Dauernörgler“, die lieber ein halbleeres als ein halbvolles Glas sehen?

Fakt ist, dass sich bei der SGW nach dem Aufstieg strukturell nicht viel verändert hat. Die Spieler gehen nach wie vor ihren Jobs, ihrer Ausbildung oder ihrem Studium nach. Sie sind im besten Sinne des Wortes „Feierabendkicker“. Sie treffen nun allerdings nach dem Aufstieg auf etliche Vollprofiteams, nicht nur Preußen Münster und der Wuppertaler SV, sondern auch die U-Mannschaften der Profivereine.

Das wusste man vorher im Verein und ist sich der eingeschlagenen Linie des neuen Wattenscheider Weges (ohne finanzielle Drahtseilakte) treu geblieben. Absolut vernünftig, auch wenn es zu einem sportlichen Ungleichgewicht führt, das nur mit allergrößter Anstrengung zu kompensieren ist.

Ein Beispiel, das die „Ungleichheit“ unterstreicht. Die SGW war aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, Winterneuzugang Timon Schmitz zu halten, der Wuppertaler SV gönnte sich mit Marco Stiepermann einen gestandenen Profi mit Premier League-Erfahrung.

Ruhe bewahren und die Mannschaft weiter unterstützen…. kann nur das Motto sein. Eines ist klar: Die für den Klassenerhalt notwendigen Punkte muss die Elf von Christian Britscho gegen Gegner holen, die ein anderes Kaliber als Münster und Wuppertal haben.

Bis demnächst inne Lohrheide
Euer Peter Mohr

Schlagwörter