Ansgar Borgmann

Anne Castroper – Die VfL-Kolumne September 2021

VfL-Stadionsprecher Ansgar Borgmann philosophiert in seiner VfL-Kolumne „Anne Castroper“ mal wieder über unsere blau-weißen Jungs.

Wir haben ja immer die Wahl. Also nicht nur Ende September, da darf man Kreuze machen, während beim VfL ein breites Kreuz gefragt ist. Von welcher Wahl rede ich? Von der, ob wir im Konzert der deutschen Fußballgrößen mitspielen wollten. Und da haben im Mai alle laut und deutlich JA! gerufen. 

Nun simmer also dabei, dat ist prima. VfL, Erste Liga! Und es fühlt sich großartig an. Zumindest daheim, anne Castroper. Was für eine Stimmung, obwohl unser Schmuckkästchen bis dato nur halbvoll sein durfte! Und ich rede da nicht vom Bierkonsum. Da wurden schon wieder Rekordpegelstände vermeldet. Volllast, sozusagen.

Ich habe jetzt schon wieder Gänsehaut, wenn ich an die kommenden Heimspiele denke. Unabhängig von den Ergebnissen unterstützen unsere Fans die blau-weißen Jungs unten auf dem Rasen nach Leibeskräften. Und die geben sich wirklich alle Mühe, in dieser Sahne-Liga mitzuhalten. Gerade zuhause geht die Post ab, wenn auch nicht immer von Erfolg gekrönt. Gegen Mainz war es ein gelungener Tag, von A bis Z. Traumtor von Gerrit Holtmann, Kopfballtreffer von Neuzugang Sebastian Polter, den Europapokalaspiranten aus Mainz mit Zwonull zurück in die Karnevalshochburg geschickt. Auch gegen Hertha dominierte der kleine VfL den großen Big-City-Club. Der wusste am Ende gar nicht, wieso auf der eigenen Seite die Drei und auf der anderen nur die Eins stand, hätte eigentlich umgekehrt sein müssen. Tat der Stimmung auf den Rängen aber keinen Abbruch.

Auch auswärts wird die Truppe von Thomas Reis fantastisch unterstützt. In Wuppertal haben die Bochumer den Einzug in die nächste Pokalrunde feiern dürfen. In Wolfsburg waren zwar offiziell keine Blau-Weißen zugelassen, doch ein paar hatten es geschafft, und die waren allemal lauter als der Rest der anwesenden Belegschaft, um den richtigen VfL, der quasi 90 Minuten in Unterzahl spielen musste, anzutreiben. In Köln stemmte man sich erfolgreich gegen die phonetische Übermacht (was sich leider nicht positiv im Ergebnis niederschlug), in München waren die fünf Prozent aus Bochum lauter als das Wiesn-Festivalpublikum, obwohl es richtig was aufs Dach gab.

Wir wehren uns, so die Botschaft. Auch wenn uns kaum jemand   den Klassenerhalt zutraut. Noch sind es in der Liga 27 „Pokalspiele“, in der wir die Underdog-Position innehaben, plus die zwei Partien gegen Greuther Fürth. Das sind die einzigen Spiele mit einem Gegner auf Augenhöhe. Und auch die muss die Mannschaft ohne einen ihrer Besten bestreiten, denn Simon Zoller laboriert an einem Kreuzbandriss. Gute Besserung, Zolli! Wir geben alles. Ich hab jetzt schon wieder Entenpelle. 

Bleibt gesund und bleibt Blau-Weiß! 

Euer Ansgar Borgmann

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