Ansgar Borgmann

Anne Castroper – Die VfL-Kolumne März 2022

VfL-Stadionsprecher Ansgar Borgmann philosophiert in seiner VfL-Kolumne „Anne Castroper“ mal wieder über unsere blau-weißen Jungs.

Wunder gibt es immer wieder. Hat schon Katja Ebstein besungen, 1970 war dat. Zu dem Zeitpunkt war der VfL noch kein Bundesligist. Das kam erst später. Inzwischen hat der VfL knapp 35 Jahre in der Beletage des deutschen Fußballs zugebracht und schickt sich an, ein 36. zu vollenden. Und das wäre, mit Verlaub, ein echtes Wunder.

Ich bin im Prinzip immer noch heiser. Seit dem 12. Februar. Ein Datum, das man sich in Bochum mittlerweile blau-weiß angestrichen hat. Es war der Tag, an dem der VfL die großen Bayern mit 4:2 aus dem Vonovia Ruhrstadion geschossen hat. Vierzuzwei! Halbzeit Vierzueins!! Ein Tor schöner als das nächste!!! Antwi-Adjei, Locadia, Gamboa, Holtmann – Torschützen für die Ewigkeit. 

Dabei fing der Nachmittag bescheiden an, mit Stromausfall rund ums Schmuckkästchen. Erst pünktlich mit dem Ausgleichstreffer durch Christopher „Jimmy“ Antwi-Adjei war der Saft wieder da. Was mich in der Pause zu der öffentlich vorgetragenen Bemerkung veranlasste, wir könnten doch angesichts solcher Zwischenstände häufiger mal ohne Strom zu Werke gehen. Was wiederum ein TV-Interview am Montag danach zur Folge hatte, im Beisein der Stadtwerke

Der Rest mal eben im Zeitraffer: Nach dem Lederhosenausziehersieg folgte ein Last-Second-Punktgewinn in Stuttgart, eine unverdiente Niederlage gegen Brause Leipzig, ein unfassbar unglückliches Last-Second-Pokalaus gegen Freiburg und ein schöner Sieg über eben jenes Fürth, das zwar mit uns aufstieg, aber in der Tabelle nun weit hinter dem VfL liegt.

Und ich hätte noch mehr Grund zur Freude und Spaß am Glauben an die Wunderrettung, wenn nicht ein Despot im Osten auf die fürchterliche Idee gekommen wäre, ein Nachbarland zu überfallen und so den Krieg nach Europa zu bringen. Angesichts dieses Horrors verbietet sich im Prinzip jegliche Faxenmacherei, die Lage ist bitterernst. Es bräuchte mehrere Wunder für die ukrainische Bevölkerung, um sich aus der schlimmen Lage zu befreien.

Deshalb hoffe ich, dass wir uns beim nächsten Wiederlesen erfreulicheren Dingen widmen können. Blau-weiße Solidarität für Blau-Gelb.

Euer Ansgar Borgmann

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