Ansgar Borgmann

Anne Castroper – Die VfL-Kolumne April 2022

VfL-Stadionsprecher Ansgar Borgmann philosophiert in seiner VfL-Kolumne „Anne Castroper“ mal wieder über unsere blau-weißen Jungs.

Dass der Nikolaus nicht der Osterhase ist, wissen so ziemlich alle, die mit der süßwarenherstellenden Lebensmittelindustrie auch nur ansatzweise in Berührung gekommen sind, höchstwahrscheinlich als Konsumenten. Und es wissen so ziemlich alle, die das Fußball-Lexikon der Halbwahrheiten und Bonmots (nicht zu verwechseln mit Bonbons) gelesen, gehört, geblättert oder gegoogelt haben. Uli H. aus M. versinnbildlichte dereinst mit der hübschen Sentenz von Nikolausi und Osterhasi, dass ihm die Herbstmeisterschaft wurscht sei, nur die Tabellenkonstellation rund um Ostern, mit Blick aufs nahende Saisonende, interessiere ihn. Denn in der Zeit braucht es halt Eier.

Was ich mit langem Anlauf sagen will: Der VfL performt, so heißt dat neudeutsch. Und wie. Und jahreszeitenunabhängig. Am Nikolaustag 2021 war unsere schmucke Truppe in Blau-Weiß auf Platz 10, sechs Punkte vor Relegationsplatz 16, neun Punkte Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz. Das war sogar zu Alles-ist-und-bleibt-dicht-Zeiten mehr Mindestabstand zur gefährlichen Zone als selbst führende Virologen empfohlen hätten. Und jetzt, an Ostern 2022, sindwa zwar auf Platz 12, aber dafür sind auch nur noch fünf Spieltage zu gehen und wir haben zehn Punkte Vorsprung auf den Red-Light-District. Stabil und seriös, so kommt der VfL in der Saison 2021/22 daher. Osterhage statt Osterhase.

Die noch fehlenden Pünktchen zum „Wunder“ (O-Ton Thomas Reis) tüten wir auch noch ein, da bin ich mir ganz sicher. Zumal mit Augsburg und Bielefeld demnächst zwei Teams im Schmuckkästchen gastieren, die noch richtig metern müssen, um den Kopf über Wasser zu halten. Den Ostwestfalen steht es jedenfalls Oberkante Unterlippe, zumindest zum Zeitpunkt dieses Notats. Der Klassenerhalt, er wäre eine Riesenleistung unserer Mannschaft. Wenn geschafft, gratuliere ich als einer der ersten, versprochen.

Und dass, obwohl zahlreiche Rückschläge die Saison begleitet haben. Rote Karte am 1. Spieltag, frühes Aus von Simon Zoller nach Kreuzbandriss, höchste Bundesliganiederlage der Vereinsgeschichte, verschaukelt worden in Leverkusen, Last-Minute-Pokal-Aus, coronabedingte Ausfälle im Frühjahr und dann zur Krönung noch der Becherwurf im Gladbach-Spiel. Aber wir? Wir halten dagegen! Zolli ist wieder an Bord und sorgt für Gänsehautmomente, wir schlagen Hoppenheim in Spiel eins nach dem Spielabbruch und knöpfen den Pillendrehern ganz seriös einen Punkt ab. Ganz ehrlich: Das fühlt sich alles so an, als würde Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.

Glück auf!
Euer Ansgar Borgmann

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