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Schauspieler ist ans Bochumer
Schauspielhaus zurückgekehrt

Wiedersehen mit Jakob Schmidt

Jakob Schmidt ist zurück am Bochumer Schauspielhaus: „Ich bin so glücklich, zu diesem Ensemble dazuzugehören.“

Neben dem Kinderstück „Krach“ und Brechts „Trommeln in der Nacht“ ist der 26-jährige Bochumer Schauspieler in der neuen Inszenierung „Die Gehaltserhöhung“ in den Kammerspielen zu sehen: Sechs Angestellte wollen mehr Lohn und kämpfen auf die unterschiedlichste Art im Vorzimmer des Abteilungsleiters um eine Audienz – vergeblich. „Es ist ein Haifischbecken, teilweise sehr komisch“, lacht der Schauspieler.

Junge aus Weitmar

Vor zwei Jahren kehrte Jakob Schmidt nach seinem Schauspielstudium in Berlin und einem Engagement in Potsdam auf die Bretter des Bochumer Theaters zurück – dorthin, wo er schon als zwölfjähriger Kinderstatist seine Liebe zur Schauspielerei entdeckte. Im vorletzten Weihnachtsmärchen flog er gleich als Nils Holgersson mit den Wildgänsen über die Bühne. „36-mal vor jeweils 800 Kindern, die vielleicht zum ersten Mal im Theater waren – das habe ich sehr gemocht.“ Genauso liebte er seine Rolle als neapolitanischer Mafiaboss in dem sechsstündigen Stück „Meine geniale Freundin“ in der Regie von Johan Simons.

Im Publikum entdeckt er immer wieder ehemalige Lehrer und Klassenkameraden, „das macht riesig Spaß“. An der Heinrich-Böll-Gesamtschule hatte der eigentlich stille Schüler in der fünften Klasse beim „Erlkönig“ gemerkt, dass er sich gerne mit Texten auseinandersetzt. Gleichzeitig saugte er alle künstlerischen Angebote wie Schülertheater, Chor und Orchester in sich auf. Auftritte im Schauspielhaus, im Prinz Regent- und Rottstr5-Theater bestärkten den Jungen aus Weitmar in seinem Wunsch, Schauspieler zu werden, statt Banker. „Nach einem Praktikum war die Entscheidung endgültig gefallen“.

Kino, Theater, TV

Jakob Schmidt machte nicht nur Theater: Er sang im Udo Jürgens Musical „Ich war noch niemals in New York“ in Oberhausen, spielte in dem Oskar-gekrönten Film „Im Westen nichts Neues“ und in einigen „Babylon Berlin“-Folgen. Doch seine Liebe gehört dem Theater. „Ein Dreh ist im Kasten und fertig. Im Theater kann ich weiter an meiner Figur arbeiten, sie weiterentwickeln.“

Allerdings sei auf der Bühne das Lampenfieber schlimmer: „Vor der Premiere frage ich mich manchmal, warum tue ich mir das an?“ Aber wenn der Applaus aufbrandet, ist aller Zweifel vergessen. „Nervosität ist grundsätzlich wichtig für die Motivation.“ Jede freie Minute nutzt er, um von Kolleginnen und Kollegen zu lernen – im eigenen Haus und an anderen Theatern. Viele Wünsche haben sich für den jungen Schauspieler schon erfüllt. Aber nach Träumen gefragt, braucht der Shakespeare-Fan nicht lange überlegen: „In Othello den ,Jago’ spielen und ,Caligula´ von Camus.“

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