Wattenscheid

Zustand des Naturschutzgebietes Am Blumenkamp: Traurig, aber notwendig

Das Naturschutzgebiet Am Blumenkamp in Günnigfeld ist eigentlich eine dieser kleinen Oasen mitten in der Stadt. Ein Feuchtgebiet, das vielen größeren und ganz vielen kleinen Tieren eine Heimat bietet, vor allem Amphibien. Für den Spaziergänger gibt es eigentlich nur einen einzigen Weg: Nicht anfassen, nur angucken eben. 

Im Moment aber bietet sich dem Betrachter ein eher erbärmliches Bild: Mächtige Bäume, die mitten auf der Wasserfläche standen, sind komplett ihrer Kronen beraubt, der einzige Weg ist verschlammt, ab und zu liegt Müll herum. Nicht so schön. 

Das alles aber hat einen Hintergrund: „Wir haben die Bäume entnommen, weil sie sehr viel Wasser gezogen haben, diese Erlen verschatten dazu die Wasserfläche“, sagte uns Sina Friedrich, beim Umwelt- und Grünflächenamt zuständig für das Naturschutzgebiet. „Das ganze Feuchtgebiet drohte nach den sehr trockenen Sommern trocken zu fallen. Das ist für die Amphibien, die dort leben, schlecht, sie brauchen das Wasser. Gleichzeitig aber mussten wir die Besonnung des Teiches sicherstellen.“ Dazu kam die Renaturierung durch die Emschergenossenschaft in der unmittelbaren Nähe, die hat den Grundwasserspiegel gesenkt. 

Am Blumenkamp leben Tiere, die auf der Roten Liste stehen

Am Blumenkamp leben seltene Kammmolche und die Geburtshelferkröte. Tiere, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. Außerdem leben hier Bläßrallen, die Nilgans, aber auch Zaun- und Mauereidechsen, dort, wo es steinig und sonnig ist. Auch ein brütender Waldkauz wird vermutet. Aber auch ausgesetzte oder zugewanderte Schmuckschildkröten, die den Amphibienlaich fressen und dort nicht hingehören.

Die Zuwege zur Wasserfläche, früher einmal über Pfade zu erreichen, sind gesperrt, alles zum Schutz der Tiere, auch, damit Hundehalter ihre Tiere nicht einfach frei laufen lassen. „Es gibt einen Pflege- und Entwicklungsplan. Dass der Hauptweg in einem schlechten Zustand ist, wissen wir, da müssen wir uns kümmern“, sagt  Sina Friedrich. 

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