USB

Müllabfuhr soll leiser und sauberer werden

Weniger Lärm und bessere Luft bei der Müllabfuhr. Um das in Zukunft zu erreichen, testet der Umwelt Service Bochum alle Alternativen zum Dieselantrieb.

Für eine Testphase ist ein Müllwagen mit Wasserstoffantrieb angeschafft worden. Ein voll elektrischer Müllwagen kommt noch bis zum Jahresende. Außerdem gibt es jetzt auch ein gasbetriebenes Abfallsammelfahrzeug. Für die verschiedenen Autos gibt der USB aktuell über eine Millionen Euro aus. Rund die Hälfte der Summe wird durch Fördergelder gedeckt.

Rund eineinhalb Jahre hat USB-Geschäftsführer Christian Kley auf den Wasserstoffmüllwagen gewartet. „Das ist eines der ersten acht Fahrzeuge, die in ganz Deutschland auf der Straße sind“, sagt er stolz. Zum ersten Mal nimmt der USB ein mit Wasserstoff angetriebenes Müllfahrzeug in Dienst. Grundsätzlich bewegt es sich mit elektrischer Energie fort. Diese Energie wird über Brennstoffzellen erzeugt, die mit Wasserstoff gespeist werden. So wird die Fahrbatterie ständig nachgeladen. „Wir wollen jetzt testen, wie das funktioniert. Da wir keine eigene Wasserstofftankstelle haben, soll immer beim Ausleeren des Wagens, an der Müllverbrennungsanlage in Herten, getankt werden“, erklärt Christian Kley die Grundidee. Dort befindet sich eine Wasserstofftankstelle. Wie oft genau aufgetankt werden muss, wird nun getestet. Erwartet wird, dass es alle zwei Tage notwendig sein wird.

Verschiedene Antriebsarten werden getestet

„Wir sind sehr gespannt, wie alles funktioniert und stehen auch in enger Abstimmung mit dem Hersteller. Wir leisten hier Pionierarbeit. Mit den Ergebnissen wollen wir unsere Fahrzeugflotte in den nächsten 10 Jahren neu und umweltfreundlicher ausrichten“, erläutert Christian Kley die Zukunftsperspektive. Insgesamt rund 300 verschiedene Fahrzeuge kommen beim USB zum Einsatz. Auch das Erd- und Biogas angetriebene Abfallsammelfahrzeug ist neu beim USB. Es ist deutlich sauberer als die dieselbetriebenen Autos. Deutlich weniger CO2, Ruß und Stickoxid halten die Luft sauberer.

Nur E-Mobilität funktioniert nicht

Mit Elektrofahrzeugen arbeitet der USB schon länger. Im Fuhrpark gibt es sogar einen alten auf E-Antrieb umgebauten Diesellaster. Die unterschiedlichen Antriebe werden nun in der Praxis getestet, um zu sehen, welche Technik sich in der Abfallsammlung bewährt. „Wir wollen jede Antriebstechnik im Blick und nicht nur die E-Mobilität im Auge haben“, erklärt USB-Abteilungsleiter Technik, Rüdiger Schalla. „Würden wir nur auf E-Mobilität setzen, benötigen wir ganz schnell eine neue Trafostation. Laden alle Fahrzeuge gleichzeitig, könnte sonst auch die Hustadt schnell mal ohne Strom dastehen“, schmunzelt Christian Kley.

Alternativantriebe noch deutlich teurer

Auch Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch freut sich über das Engagement des USB in Sachen Umrüstung der Fahrzeugflotte. Noch sind die Autos mit alternativen Antrieben aber deutlich teurer als schnöde herkömmliche Müllautos mit Dieselmotor. „Aktuell wirkt sich das nicht auf die Müllgebühren aus, denn die Mehrkosten werden durch Förderzuschüsse abgedeckt“, erklärt der Oberbürgermeister. Ob mittel- oder langfristig die Gebühren auf Grund von höheren Investitionskosten für leisere und saubere Fahrzeuge beim USB steigen werden, ist aktuell noch Spekulation. „Auch die Fahrzeughersteller stehen bei Wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen noch ganz am Anfang. Wir wissen heute noch nicht, was so ein Auto in fünf Jahren kosten wird“, so USB Geschäftsführer Christian Kley.

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