Wattenscheid

Triple S Manufaktur will mindestens 200 Arbeitsplätze schaffen

Neues Callcenter Triple S Manufaktur an der Hagenstraße lockt mit modernsten Arbeitsplätzen – inklusive Wellness-Bereich und Fitnessstudio für die Mitarbeiter.

Mit der Triple S Manufaktur weht neuerdings ein Hauch von Silicon Valley durch Wattenscheid. Zugegeben, der Vergleich mit dem Facebook- und Apple-Standort im sonnigen Kalifornien hinkt ein wenig, aber das Callcenter, das nach einigen Corona-bedingten Verzögerungen vor ein paar Tagen im ehemaligen Leicher-Haus in Old Wattsche an den Start gegangen ist, hat Arbeitsplätze geschaffen, die bei uns in der Region ihresgleichen suchen. Elektrisch höhenverstellbare Schreibtische, Arbeitsplatzleuchten, die sich dem Biorhythmus des Mitarbeiters anpassen, ein hausinternes Fitnessstudio, ein Schwimmbad mit Wellness-Bereich, Ernährungsberatung, eine enge Zusammenarbeit mit der Bochumer Krankenkasse VIACTIV und vieles mehr. Hier möchte man lieber wohnen anstatt zu arbeiten und der Außenstehende fragt sich: Warum Wattenscheid?

Ganz bewusst habe sich Senior-Firmeninhaber Alfons Bromkamp für die Hellwegstadt und damit gegen die Alternativen Bottrop und Herne entschieden und spricht Tacheles: „Was für Wattenscheid schlecht ist, ist für uns gut – eine hohe Arbeitslosigkeit“. Das Berufsbild des Callcenter-Mitarbeiters sei geprägt von Quereinsteigern. Wer z.B. bei Opel oder noch unter Tage im Pütt gearbeitet hat, könne auch bei Triple S arbeiten. „Man muss nur wollen, gerne kommunizieren und die richtige Einstellung haben. Das Können vermitteln wir“, so Bromkamp, der seinen Mitarbeitern in Aussicht stellt: „Wer vernünftig arbeitet, kann mit etwa 2.000 bis 2.500 € Verdienst im Monat rechnen“.

Das klingt dann schon wieder eher nach Wattenscheid, als nach Silicon Valley, ist aber ein Gesamtpaket, welches sicher einige Interessenten locken wird, die sich zutrauen, beispielsweise einer aufgebrachten Braut am Telefon zu erklären, dass ihr im Internet bestelltes Hochzeitskleid auf dem Weg ist und sicher noch rechtzeitig geliefert wird.

Triple S Manufaktur: „Geld verdienen mit ethisch, moralisch vernünftigen Methoden.“

Optimale Kommunikation ist also gefragt, die Triple S laut Bromkamp leisten kann. Man legt Wert auf den Zusatz Manufaktur im Firmennamen. Kommunikation sei ein Handwerk, das man erlernen müsse, so der gebürtige Kirchhellener, der auf 35 Jahre Berufserfahrung im Sales- & Service-Bereich zurückblicken kann. 

Bis Ende nächsten Jahres sollen die fast 200 Arbeitsplätze gegenüber des Alten Rathauses besetzt sein. Durch Homeoffice-Lösungen könnten es noch deutlich mehr werden. Damit würde Triple S, der gleichzeitig auch Hauptsponsor der SG Wattenscheid 09 ist, in Wattenscheid zu einem der größten Arbeitgeber. Eine Entwicklung, die offenbar zur Firmen-DNA passt, erklärt Bromkamp ausführlich: „Wir wollen Geld verdienen, aber mit ethisch, moralisch vernünftigen Methoden. Das tun wir bereits an unseren Standorten in Witten und Bochum-City und das wollen wir jetzt auch in Wattenscheid. In einer Stadt, die vom Strukturwandel gebeutelt ist, macht das viel mehr Spaß als in einer Großstadt. Lieber eine relevante Größe in Wattenscheid, als die Nummer 118 in Düsseldorf oder Berlin.“ Oder im Silicon Valley…

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