Hochwasserkatastrophe

THW Bochum: Einsatzkräfte leisten weiterhin technische Hilfe in den Hochwassergebieten

Arbeiten bis zur völligen Erschöpfung und manchmal auch darüber hinaus – das war der Alltag der Ehre amtlichen und Hauptamtlichen des THW Bochum in den letzten Wochen.

Die Flutkatastrophe nicht nur an der Dahlhauser Ruhr bei uns in Bochum, sondern vor allem auch in anderen Gebieten, die noch stärker von der Jahrhundertflut betroffen waren, hat den Kräften des technischen Hilfswerks alles abverlangt.

Und es gibt immer noch viel zu tun. Auch fast drei Wochen nach den starken Überflutungen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli gibt es in den besonders schwer getroffenen Gebieten um Bad Münstereifel weiterhin viele Aufgaben für die spezialisierten Kräfte des THW. Während Anwohner und freiwillige Helfer mit vereinten Kräften in und um Bad Münstereifel unglaubliche Mengen Schutt aus der Innenstadt geräumt und die Flussbetten von Erft, Urft und Ahr von Dreck und Müll geräumt haben, wurden die Einsatzkräfte des THW mit zunehmend komplexeren Aufgaben betraut.

Schwerstarbeit im Krisengebiet

Einsturzgefährdete Häuser oder auch Straßen müssen abgestützt werden, die Heizungsschächte einer Kirche von Wasser und Schlamm befreit werden. Das sind Aufgaben für die Einsatzkräfte der Fachgruppen Bergung und Notversorgung & Notinstandsetzung des THW. Dafür sind sie ausgebildet, aber es ist trotzdem ein harter Job. Mitte Juli kam der ausgiebige Starkregen, der auch die Ruhr über alle Maßen anschwellen ließ. Im Fachjargon nennt man das umfangreiche Einsatzlage.

Die Einheiten des THW Bochum waren im Schichtbetrieb in Bochum und den angrenzenden Regionen unterwegs, um die teils extremen Unwetterschäden zu beseitigen. Gesteuert vom Stab in der Zentrale am Harpener Feld waren zeitweise bis zu 50 Einsatzkräfte gleichzeitig unterwegs, um Keller leer zu pumpen oder aber andere technische Hilfe, teils mit schwerem Gerät, zu leisten. Gefragt waren vor allem Pumpen und Apparate zur mobilen Stromversorgung, aber auch Sandsäcke. Die wurden zum Beispiel zum Schutz des Hauses Kemnade verbaut.

Immense Schäden

Den wohl härtesten Einsatz dieser ersten Flutnacht aber gab es in Hagen. „Über zahlreiche vollgelaufene Keller, Tiefgaragen und Firmengelände, bis hin zum Hauptstellwerk der Bahn am Hagener Hauptbahnhof, wurden die Einsatzkräfte des THW Bochum mit einer Vielzahl von Szenarien konfrontiert, die Tag und Nacht höchste Professionalität erforderten“, berichtet der Sprecher des Bochumer THWs, Florian Steinmann.

Vorsicht war geboten, Menschenleben gehen im Zweifel immer vor – natürlich auch die der Retter und Helfer: „Trotz der teils immensen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur dürfen wir bei der Sicherheit unserer Einsatzkräfte keine Kompromisse eingehen“, sagte Bernd Vitten, der als Truppführer mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen in Hagen unterwegs war und der sich mit den zahlreichen Großpumpen der Fachgruppe vor allem um die Bewegung von großen Wassermassen kümmert.

Die Bochumer Ortsgruppe des THW hatte ihr Engagement aber noch nicht beendet. Die Einsatzkräfte wurden erst nach Eschweiler beordert, dann in Bad Münstereifel, Schleiden und Gemünd eingesetzt. In Eschweiler standen die unteren Etagen eines Krankenhauses unter Wasser. Das THW Bochum konnte mit Fachwissen und großem Gerät helfen – das Krankenhaus wurde von Schlamm und Dreck befreit. Wege wurden wieder zugänglich gemacht und Infrastruktur wieder hergestellt. „Rund um Bad Münstereifel waren die Pegel der ansonsten beschaulichen Flüsse teils meterhoch angestiegen und haben substanzielle Schäden an den Gebäuden hinterlassen“, berichtet Florian Steinmann.

Auch Fachberater des THW Bochum waren in der Region unterwegs. Sie organisierten die Räumung rund um das Flüsschen Erft mit, das mitten durch Bad Münstereifel fließt. In den vom Unwetter schwer getroffenen Regionen stehen immer noch umfangreiche Aufräumarbeiten aus. „Die Einsatzkräfte des THW Bochum halten sich weiterhin einsatzbereit, um bei Folgeaufträgen vor Ort technische Hilfe leisten zu können“, so Florian Steinmann, der Sprecher des Bochumer THW. Ein Ende der Einsätze ist derzeit noch nicht absehbar.

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