Züchterin Inga Koralewski
aus Bochum-Stiepel
Ostereier von glücklichen Hühnern
Eier haben Ostern Hochkonjunktur. Die Stiepeler Freilandeier von Ingas glücklichen Hühnern sind da besonders begehrt. Doch ihre 1300 Legehennen lässt das unbeeindruckt: Mehr als ein Ei am Tag ist einfach nicht drin.
„Ich musste Sonderbestellungen ablehnen, damit meine Stammkunden nicht leer ausgehen.“ Inga Koralewski verkauft ihre Eier grundsätzlich nur direkt über den Automaten an der Straße – rund um die Uhr und direkt vor ihrem Haus. Wer Glück hat, bekommt sogar einige bunte, die sie zu Ostern in Iserlohn einfärben lässt. Wenn Eier außerhalb der Hochsaison übrigbleiben, lässt die dreifache Mutter daraus Eierlikör und Nudeln machen. Auch die gibt es im Automaten.
Mobile Ställe
Drei Hühnermobile hat Inga inzwischen für ihre Rasse „Lohmann braun“. Zwei Ställe mit jeweils 500 Hühnern und einer mit 300 Hennen stehen auf ihren Wiesen rechts und links vom Haarmannbusch 142. „Jeder kann sehen, wie sie leben.“ Regelmäßig werden die Mobile verschoben, damit das Gras wieder wachsen kann.
Artgerechte Tierhaltung ist ihr wichtig: So bleiben die Tiere gesund. Die Hühner picken Gras, gehen nach Belieben in ihren Stall und legen ihre Eier in die vorbereiteten Spelzennester. Hier wird nicht gedüngt oder gespritzt, das Körnerfutter ist ohne Gentechnik, notwendige Impfungen bekommen die Tiere, aber Antibiotikum gibt es nur, wenn es ums Überleben geht. „Das hatte ich in elf Jahren nur zweimal.“



Beschützt von Alpakas
Nachts sind die Hühner im Hühnermobil vor ihren Feinden Fuchs und Mader geschützt. Tagsüber wachen vier Alpakas. „Sie schützen ihr Revier und verhauen den Fuchs regelrecht.“ Sollte sich ein Habicht einem Huhn nähern, kriegt er es gleich mit einer ganzen Truppe der 15 Hähne eines Mobils zu tun. „Sie stürzen sich vereint auf ihn und hacken auf ihn ein.“ Unterstützung bekommen die Hähne von den Krähen in den umliegenden großen Bäumen. „Sie machen so einen Lärm, da wissen wir was los ist,“ erzählt Oskar, mit 14 Jahren ihr ältester Sohn.
Angefangen hat Inga vor elf Jahren mit 240 Hühnern auf der Wiese vor ihrem Haus. „Die Leute sahen die Hühner, kauften die Eier und es kamen immer mehr Kunden.“ Und mit den Kunden wuchs auch die Zahl der Hennen auf inzwischen 1300. „Jetzt ist aber das für mich machbare Limit erreicht.“ Und wenn die Legehennen nach zwei glücklichen Hühnerjahren geschlachtet werden müssen, kündigt ein Aushang am Automaten die begehrten frischen Suppenhühner an. Inga: „Das ist der Kreislauf der Natur“.
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