Aufsatzsammlung
Neues Buch zur Zwangsarbeit im Bochumer Norden
Das Hallobo-Magazin hatte es schon angedeutet, jetzt ist es raus: Es gibt ein neues Buch zur NS-Zwangsarbeit im Bochumer Norden.
„Als die Holzschuhe zerbrachen, ging ich barfuß – NS-Zwangsarbeit auf den Zechen Constantin und Mont Cenis in Bochum und Herne“ der Initiative Gedenkort Bochum-Bergen ist im Essener Klartext Verlag erschienen. Die Zechen Constantin und Mont Cenis gehörten zum Krupp-Konzern.
Die Aufsatzsammlung rufe, so die Initiative, ein bislang weitgehend verdrängtes Kapitel der Ruhrgebiets-Geschichte ins Bewusstsein.
„Während Bilder von Fördertürmen und Kumpeln die Erzählungen des Ruhrbergbaus prägen, blieben die Schicksale der tausenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Nationalsozialismus unter lebensgefährlichen Bedingungen in den Zechen schufteten, lange unsichtbar. „Das Buch bringt ihre Geschichten ans Licht“, heißt es in der Verlagsankündigung.
Historische Dokumente und persönliche Zeugnisse
Historische Dokumente, mikrogeschichtliche Recherchen und persönliche Zeugnisse ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sollen neue Perspektiven auf Arbeitsalltag, Überlebensstrategien und Widerstand im Bergbau eröffnen. Zugleich wird das Lager Bergener Straße in Bergen als nahezu vollständig erhaltenes Baudenkmal vorgestellt – ein Ort, der künftig als Gedenk- und Lernort an die Verbrechen der NS-Zwangsarbeit erinnern soll.
Gefördert wurde die Veröffentlichung unter anderem vom Arbeitskreis Geschichte im Bochumer Norden und von der Gesellschaft Bochum-Donezk.
Autorinnen und Autoren sind Friedel Brenneke, Volker Gerwers, Waltraud Jachnow, Myra Kaiser, Wilfried Korngiebel, Sabine Krämer, Marvin Olm, Susanne Slobodzian, Céline Spieker, Alfredo Vernazzani und Susanne Wycisk.
Über Stadtgeschichte soll gesprochen werden
„Mit diesem Band möchten wir dazu beitragen, das Schweigen über diese Kapitel der Stadtgeschichte zu brechen und zur Auseinandersetzung mit den Kontinuitäten von Ausgrenzung, Gewalt und Menschenverachtung anzuregen“, steht im Editorial. Das Buch richte sich gleichermaßen an interessierte Bürgerinnen und Bürger, an Studierende, Forschende sowie an Bildungseinrichtungen, die historische Lernorte im Ruhrgebiet erschließen möchten, so Initiative und Verlag.
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