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04.03.2026 – 12:58 Uhr

Hauptzollamt Frankfurt am Main

HZA-F: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hanau und des Hauptzollamtes Frankfurt am Main: Organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe –

Hauptzollamt Frankfurt am Main

HZA-F: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hanau und des Hauptzollamtes Frankfurt am Main: Organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe -

Frankfurt am Main (ots)

6 Haftbefehle und Vermögensarreste in Höhe von 13,4 Millionen Euro bei bundesweiten Durchsuchungen vollstreckt

Hanau / Frankfurt am Main

Das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt am Main hat gestern im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hanau nach umfangreich durchgeführten Ermittlungen bundesweit insgesamt 80 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Rund 1.000 Einsatzkräfte waren an den Maßnahmen in insgesamt 6 Bundesländern mit Schwerpunkt im Rhein-Main Gebiet beteiligt. Dabei wurden 6 Haftbefehle und 20 Vermögensarreste vollstreckt sowie umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Durchsuchungen fanden in Offenbach, Springe, Berlin, Frankfurt am Main, Bochum, Wiesbaden, Wetzlar, Darmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Satteldorf und Weismain statt.

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 35 Personen im Alter von 21 bis 60 Jahren, darunter 31 Männer und 4 Frauen. Es besteht der Verdacht des Vorenthaltens und Veruntreuens von Sozialversicherungsbeiträgen, des Betruges zum Nachteil der Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) und der Hinterziehung von Lohnsteuern sowie der Beihilfe zu vorgenannten Straftaten.

Nach bisherigen Ermittlungen sollen 22 der Beschuldigten mehrere Servicefirmen betreiben, deren Geschäftszweck ausschließlich das Erstellen und der Verkauf sogenannter Abdeckrechnungen an diverse Unternehmen der Baubranche („Rechnungskäufer“) ist.

Im besonderen Fokus der Maßnahmen stehen 13 Beschuldigte die als Tätergruppierung mehrere Unternehmen in der Baubranche betreiben, mit denen diese bundesweit seit 2022 Bauleistungen in Höhe von rund 70 Millionen Euro erbracht haben.

Hier besteht der Verdacht, dass in beträchtlichem Umfang Löhne „schwarz“ ausgezahlt wurden. Zur Generierung der Gelder, die zur Zahlung der „Schwarzlöhne“ benötigt wurden, sollen sich die Beschuldigten der Abdeckrechnungen in bisher ermitteltem Umfang von rund 35 Millionen Euro bedient haben. Der bisher ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 28 Millionen Euro.

Bei der gestrigen Maßnahme kam es in einer der Arbeitnehmerunterkünfte der Beschuldigten zu 15 vorläufigen Festnahmen wegen Aufenthaltsverstößen durch Arbeitsaufnahme von Arbeitnehmern der Beschuldigten.

Hinsichtlich der 6 vollstreckten Haftbefehle wurde zwischenzeitlich durch das Amtsgericht Hanau der Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet.

Zur vorläufigen Sicherung von Vermögenswerten ergingen 20 Vermögensarreste in die Vermögen der Beschuldigten und deren Firmen in Höhe von 13,4 Millionen Euro. Diese wurden im Zuge des Einsatzes durch Pfändungen vollstreckt. Hierfür kamen auch Diensthunde des Zolls zum Aufspüren von Bargeld zum Einsatz. Unter anderem wurden Bargelder in sechsstelliger Höhe, Gold, Luxusuhren und hochpreisige Fahrzeuge gepfändet.

Neben dem Hauptzollamt Frankfurt am Main waren Einsatzkräfte 37 weiterer Hauptzollämter, der Bundes- und hessischen Landespolizei, Spezialeinheiten des Zolls und der Polizei sowie der Staatsanwaltschaft Hanau an den Maßnahmen beteiligt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Offenbach am Main sowie des regionalen Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an.

Hintergrundinfos:

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ermittelt u.a. gegen schwere Formen der organisierten Wirtschaftskriminalität, wie den sogenannten Kettenbetrug. Hierbei werden Servicefirmen als reine Rechnungsaussteller genutzt. Diese Firmen erbringen keine Bauleistungen, sondern stellen fingierte Rechnungen aus, um Geldflüsse zu tarnen und Bargeld für Schwarzlohnzahlungen zu generieren. Dies schädigt nicht nur die Sozialkassen massiv, sondern verzerrt auch den fairen Wettbewerb in der Baubranche.

Rückfragen bitte an:

Markus Jung

Staatsanwalt (GL)
– Pressesprecher –

Staatsanwaltschaft Hanau
Katharina-Belgica-Straße 2
63450 Hanau

Tel.: 0 61 81 / 610 630 – 5 63
Mobil (ausschließlich für dringende Presseanfragen): 0176 / 411 97
350

Original-Content von: Hauptzollamt Frankfurt am Main, übermittelt durch news aktuell

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