Weniger Pfarrstellen,
weniger Mitglieder – und teure Baustellen
Kirchengemeinden in Bochum‑Nord stehen vor großen Veränderungen
Rund 50 Gemeindemitglieder kamen Anfang Januar nach dem Gottesdienst zur Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Bochum‑Nord im Gemeindehaus neben der Erlöserkirche zusammen.
Im Mittelpunkt stand die zukünftige pastorale Versorgung der Gemeinde und der „Region Bochum-Nord” (Gerthe, Hiltrop, Harpen und Trinitatis in Riemke).
Neue Pfarrstruktur ab 2026: Drei Pfarrpersonen für 11.600 Mitglieder
Die evangelischen Gemeinden stehen vor erheblichen strukturellen Veränderungen: Bereits im Sommer 2026 gehen zwei Pfarrer in den Ruhestand, weitere Pensionierungen folgen in den kommenden Jahren. Gleichzeitig gilt seit Jahresbeginn ein neuer landeskirchlicher Schlüssel von 4.000 Gemeindemitgliedern pro Pfarrstelle. Für die evangelischen Gemeinden in der „Region Bochum-Nord” bedeutet das, dass künftig drei Pfarrpersonen (Julia Kreuch, Jörg Sonneborn, Till Weiß) für rund 11.600 Gemeindemitglieder zuständig sein werden. Fusionen sind derzeit nicht geplant, die jeweiligen Presbyterien bleiben bestehen.
Sorgen bereiteten vielen Besuchern die weiter sinkenden Gemeindemitgliederzahlen. Einigkeit bestand darin, dass neue Wege nötig sind. „Die Kreissynode in Bochum hat die Dekade der Jugendarbeit eingeleitet und damit bereits klargemacht, dass es auf die Jugend ankommt!”, erläuterte Till Weiß. Ebenso müsse es jedoch Angebote für alle Altersklassen geben und die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden.
Erlöserkirche: Sanierung nötig, aber 500.000 Euro kaum finanzierbar
Ein weiterer Schwerpunkt der Versammlung war die Zukunft der Kirchengebäude, besonders das sanierungsbedürftige Gewölbe der Erlöserkirche: Seit fast fünf Jahren verhindert ein Sicherheitsnetz, dass herunterstürzender Putz in den Kircheninnenraum fallen könnte. „Die aktuelle Situation ist optisch unbefriedigend, aber sicher“, erklärte Jörg Sonneborn. Eine umfassende Reparatur sei mit rund 500.000 Euro derzeit nicht zu stemmen. Nicht nur die Gemeinde Bochum-Nord steht damit vor schwierigen Entscheidungen zwischen Tradition, Nutzung und finanzieller Realität.
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