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Fluxus: Provokation als Methode

„Hatten wir schon!“ konnten sie im Bochumer Osten sagen, als das Kunstmuseum Bochum am 7. November die enorm vielseitige Fluxus-Ausstellung „How we met“ (bis 1. Februar 2026) offiziell eröffnete.

„Die Fluxus-Bewegung gilt seit den 1960er Jahren als experimentelles Labor, in dem Kunst und Leben untrennbar zusammengehören“, schreibt das Museum auf seiner Internetseite. „Fluxus basierte auf der Idee, eine bessere Welt zu ‚basteln‘ und dem Drang, nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs an einem Neubau der Gesellschaft zu arbeiten – mithilfe von Musik, bildender Kunst, Performance und Architektur.“

Avantgarde in den frühen 1960er Jahren

Als sich in den frühen 1960er-Jahren erstmals Künstlerinnen und Künstler unter dem Namen Fluxus versammelten, ahnten nur wenige, dass sich daraus eine der einflussreichsten avantgardistischen Bewegungen der Nachkriegszeit entwickeln würde. Heute gilt Fluxus als radikale Neubestimmung dessen, was Kunst sein kann – und als Impulsgeber für Performancekunst, Konzeptkunst und interdisziplinäre kreative Ansätze.

Bochum Fixpunkt von Fluxus

Bochum war durch die 2021 verstorbene Galeristin und Avantgarde-Sammlerin Inge Baecker ein Fixpunkt der Fluxus-Bewegung. Vor allem, als 1981 die unter dem Titel „Die Engel – Meine süße Augenweide“ 1979 in Berlin begonnene Ausstellung in mehreren Containern auf Schienen als „Fluxuszug“ durch NRW ratterte. In Langendreer machte dieses Projekt des von vielen als Spinner angesehenen, Havanna rauchenden Aktions-Künstlers Wolf Vostell am Ümminger See Station. Dass die Bürgerwoche dafür ausfiel, war vielen ebenso ein Dorn im Auge wie das heiß diskutierte Kunstprojekt selbst. Nicht nur der kunstaffine Dr. Wolfgang Heinemann, damals Bezirksvorsteher im Osten, war Befürworter dieser außergewöhnlichen Aktion.

Inge Baecker aber war auch schon federführend bei den spektakulären Avantgarde-Aktionen („Kunstwochen“) im Ruhr Park in den Siebzigerjahren. Yoko Ono z.B. und Nam June Paik waren zwei der Exponenten der Fluxus-Bewegung und gut bekannt mit Baecker. Nach ihrem Tod vermachte die Galeristin dem Kunstmuseum ihren gesamten Nachlass. Wolf Vostell ließ im Ruhr Park eine Ladentheke einbetonieren, die heute noch – und eher völlig unbeachtet – neben dem Museum steht. 

Und damit Kunstinteressierte schon einmal planen können: Die Ausstellung wird noch eine Verlängerung an anderen Orten der Stadt erleben. Eine Weiterentwicklung der Ausstellung von den Künstler:innen Yuko Mohri und Ei Arakawa-Nash, so schreibt das Museum, „wird unter dem Titel „How we meet“ am 6. März 2026 eröffnet.“

Text und Fotos: Eberhard Franken

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