Unterstützung bei pädagogischen Fragen

Erste Grundschulen werden zu Familienzentren

An Bochumer Kindertagesstätten sind Familienzentren ein Erfolgsmodell.

Nach ihrem Vorbild bietet die Stadt, gefördert vom Land NRW, deshalb Eltern nun auch an Grundschulen Unterstützung bei Fragen zu Bildung, Betreuung und Erziehung an. Bochums Überzeugung dabei: Jedes Kind hat das Recht auf Bildung und Förderung – je früher, desto besser.

Im Bochumer Osten hat an der Amtmann-Kreyenfeld-Schule das Familiengrundschulzentrum seine Arbeit aufgenommen. Weitere Zentren gibt es an der Feldsieper Schule (Mitte), der Gertrudisschule (Wattenscheid) und der Waldschule (Süd). „Wir wollen keine Familienzentren andocken“, erläutert Tanja Biel, die im Schulverwaltungsamt in der Stabsstelle Bildungsnetzwerke den Aufbau der kommunalen FGZ koordiniert. Die Schulen sollen sich dazu entwickeln und Eltern im Alltag bedarfsorientiert und partnerschaftlich zur Seite stehen. 

Erziehungsaufgaben werden gemeinsam geschultert

„Netzwerkarbeit“, nennt es Arda Dogan, der seit Februar das vom evangelischen Kirchenkreis getragene FGZ an der Amtmann-Kreyenfeld-Schule leitet. Natürlich gibt es all die Angebote oder ähnliche auch anderswo. „Bei uns ist der Zugang aber familiärer“, weiß Arda Dogan. Und es sind Türöffner: „Man traut sich, Dinge anzusprechen.“ Zur Zusammenarbeit von Trägerverband, Kirchengemeinden, Jugendamt, Förderverein im FGZ sagt der 37-Jährige: „Wir knüpfen den Knoten dafür.“

So wirken an einem Ort viele vielfältig mit an der Entwicklung der Kinder, schultern gemeinsam Erziehungsaufgaben und Bildungsauftrag, teilen Erfolge, unterstützen bei Fragen und Nöten. In Afrika gibt es dafür ein Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, zitiert Dinah Bronner. Sie findet: „In unserem gemeinsamen und ganzheitlichen Ansatz steckt das Potential, Gesellschaft zu verändern.“

Ausbau FGZ

Im Bochumer Norden und Südwesten soll perspektivisch ebenfalls je ein Familiengrundschulzentrum (FGZ) entstehen. 15.000 Euro erhält jedes FGZ im Jahr vom NRW-Ministerium für Schule und Bildung. Inhaltlich unterstützt die Wübben Stiftung die Entwicklung und Vernetzung der FGZ. Die Stadt investiert zusätzlich in jedes FGZ jährlich 7.000 Euro – mehr als dreimal so viel, wie der gesetzliche Eigenteil es vorsieht. Grundschulen zu Familienzentren zu entwickeln, ist ein Projekt der Bochum Strategie. Das Ziel: gleiche faire Bildungschancen zu schaffen.

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